„Und im zweiten Jahr der Regierung Nebukadnezars hatte Nebukadnezar Träume, sodass sein Geist sich beunruhigte und er nicht mehr schlafen konnte.“
Daniel 2:1
König Nebukadnezar hatte einen beeindruckenden Traum. Beeindruckend deshalb, weil dieser Traum die Glaubwürdigkeit der Bibel beweist und uns bewusst macht, dass es einen Gott gibt, der die Zukunft kennt. Gott zeigte dem damaligen Herrscher Nebukadnezar welche Weltreiche auf seines folgen würden.
Das Standbild, das Nebukadnezar offenbart wurde, stellt nicht nur den Verfall der Königreiche der Erde in Macht und Herrlichkeit dar, sondern ebenso treffend den Verfall von Religion und Moral unter den Menschen dieser Reiche. In dem Maße, in dem Völker Gott vergessen, werden sie moralisch schwach. Babylon verging, weil es in seinem Wohlstand menschlichen Errungenschaften zuschrieb. Das Medo-Perserreich wurde vom Zorn des Himmels heimgesucht, weil in diesem Königreich Gottes Gesetz mit Füßen getreten wurde. Die Furcht des Herrn fand keinen Raum im Herzen der Menschen. Die vorherrschenden Einflüsse in Medo-Persien waren Bosheit, Lästerung und Verderbtheit. Die Königreiche, die folgten, waren sogar noch verkommener und verdorbener. Sie verkamen, weil sie die Treue zu Gott verwarfen. Indem sie Ihn vergaßen, sanken sie in der Skala des moralischen Wertes niedriger und niedriger.
„Daniel aber ging hinein und bat den König, ihm eine Frist zu gewähren, damit er dem König die Deutung verkünden könne. Darauf zog sich Daniel in sein Haus zurück und teilte die Sache seinen Gefährten mit, Hananja, Misael und Asarja, damit sie von dem Gott des Himmels Erbarmen erflehen möchten wegen dieses Geheimnisses, damit nicht Daniel und seine Gefährten samt den übrigen Weisen von Babel umkämen. Hierauf wurde dem Daniel in einem Gesicht bei Nacht das Geheimnis geoffenbart. Da pries Daniel den Gott des Himmels.“
Daniel 2:16-19
Im ersten Teil von Daniel 2, ruft der König alle Wahrsager, Geisterbeschwörer, Zauberer und Sterndeuter damit sie ihm seinen Traum deuten. Keiner konnte das, drum bat Daniel den König um etwas Zeit. Lies das Buch Daniel. Geh die Geschichte der Königreiche, die dort dargestellt werden, Punkt für Punkt durch. Betrachte die Staatsmänner, die Ratsversammlungen, die mächtigen Heeresstreitkräfte und sieh, wie Gott eingriff, um den Stolz der Menschen niederzuwerfen und menschliche Herrlichkeit in den Staub zu legen. Gott allein wird als groß dargestellt.
„Der König antwortete und sprach zu Daniel, dessen Name Beltsazar war: Bist du imstande, mir den Traum, den ich gehabt habe, und seine Deutung mitzuteilen? Daniel antwortete vor dem König und sprach: Das Geheimnis, nach dem der König fragt, können Weise, Wahrsager, Traumdeuter oder Zeichendeuter dem König nicht verkünden; aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; der hat den König Nebukadnezar wissen lassen, was am Ende der Tage geschehen soll. Mit deinem Traum und den Gesichten deines Hauptes auf deinem Lager verhielt es sich so: Dir, o König, stiegen auf deinem Lager Gedanken darüber auf, was nach diesem geschehen werde, und da hat dir der, welcher die Geheimnisse offenbart, mitgeteilt, was geschehen wird. Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraushätte, geoffenbart worden, sondern damit dem König die Deutung bekannt gemacht werde und du erfährst, was dein Herz zu wissen wünscht.“
Daniel 2:26-30
Erstens muss uns immer bewusst sein, dass Christus das Zentrum des Buches Daniels ist, so wie er das Zentrum der gesamten Bibel ist. Zweitens ist das Buch Daniel so aufgebaut, dass es literarische Schönheit zeigt und uns hilft, seinen Schwerpunkt zu verstehen. Nun stand der jüdische Gefangene vor dem Herrscher des mächtigsten Reiches unter der Sonne. Der König, umgeben von Reichtum und Herrlichkeit, war in großer Sorge, aber den jungen Verbannten erfüllte Friede und Freude in Gott. Wenn je, dann war jetzt für Daniel der Augenblick gekommen, sich hervorzutun und seine Fähigkeiten und seine überlegene Weisheit ins Licht zu rücken. Aber das Erste, was er tat, war, alle persönliche Ehrung abzuweisen und Gott, die Quelle aller Weisheit, zu erhöhen Daniel 2:27-28. Betrachtet die Erfahrung Daniels! Als er vor König Nebukadnezar gerufen wurde, zögerte er nicht, die Quelle seiner Weisheit zu bekennen. Beschränkt dieses treue Bekenntnis Daniels seinen Einfluß am Königshof? Nein, nicht im Geringsten, es war vielmehr das Geheimnis seiner Kraft; es verschaffte ihm die Gunst des Herrschers von Babylon. Im Namen Gottes überbrachte Daniel dem König die himmlischen Botschaften der Belehrung, Warnung und Zurechtweisung und wurde nicht abgewiesen. Gottes heutige Mitarbeiter sollen das unerschütterliche und kühne Zeugnis Daniels lesen und seinem Beispiel folgen.
In der Vision des Propheten sieht man wie Gott einen mächtigen Herrscher umstoße und einen anderen einsetzt. Lies und begreife, wie arm, gebrechlich, kurzlebig, irrend, schuldig der Mensch ist, wenn er sich in seiner Vergänglichkeit überhebt... Das Licht, das Daniel unmittelbar von Gott empfing, wurde besonders für diese letzten Tage gegeben. Die Visionen, die er an den Ufern des Ulai und Hiddekel, den großen Flüssen Babylons sah, erfüllen sich, und alle vorhergesagten Ereignisse werden bald stattfinden.
„Du, o König, schautest, und siehe, ein erhabenes Standbild. Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Anblick war furchterregend. Das Haupt dieses Bildes war aus gediegenem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Erz, seine Oberschenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. Du sahst zu, bis sich ein Stein losriss ohne Zutun von Menschenhänden und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren, und sie zermalmte. Da wurden Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold miteinander zermalmt; und sie wurden wie Spreu auf den Sommertennen, und der Wind verwehte sie, sodass keine Spur mehr von ihnen zu finden war. Der Stein aber, der das Bild zertrümmert hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.“
Daniel 2:31-35
Babylon war das größte Reich der damaligen Zeit 605 - 539 vor Christus. Nebukadnezar, der Herrscher dieses Reiches um 600 vor Christus, hatte einen Traum, der ihm aufzeigte, welche Weltreiche auf seines kommen würden. Sagt Gottes Wort eine Weltregierung voraus? Wir brauchen und können keine Einheit unter den Völkern der Erde erwarten. Unsere Position im Standbild Nebukadnezars wird durch die Zehen dargestellt: in geteiltem Zustand, von brüchigem Material, das nicht zusammenhält. Die Prophetie zeigt uns, dass der große Tag Gottes unmittelbar vor der Türe steht. Er eilt herbei. Die Deutung dieses Traumes sehen wir in den folgenden Versen.
„Das ist der Traum; nun wollen wir vor dem König auch seine Deutung verkünden: Du, o König, bist ein König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht, die Stärke und die Ehre gegeben hat; und überall, wo Menschenkinder wohnen, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gemacht; du bist das Haupt aus Gold!“
Daniel 2:36-38
Jedem Volk und jedem einzelnen Menschen hat Gott einen Platz in seinem großen Plan zugewiesen. Heute werden Menschen und Nationen durch das Lot in der Hand dessen geprüft, der keinen Fehler macht. Aufgrund ihrer eigenen Wahl bestimmen sie ihr Geschick, und Gott hat alles in der Hand, um seine Absichten zu erfüllen. Der wahre Christ soll sich immer seiner Abhängigkeit von seinem Schöpfer bewusst sein. Er wird sich nicht schämen, seine Abhängigkeit zu bekennen. Wie Daniel wird er die Ehre nicht für sich beanspruchen; er wird alle Ehre Gott geben. Er wird sowohl weltliche Menschen als auch seine Brüder wissen lassen, dass er sich auf Gott verlässt und alles aus seinem Leben entfernt, das seinen Geist betrüben könnte. Wie Daniel wird er jede Gelegenheit ergreifen, um hinzu zu lernen. Er wird mit den Talenten, die der Herr ihm gegeben hat, gemäss den heiligen Prinzipien in seinem Buch Handel treiben. Dies wird seine Fähigkeiten vervielfachen. Wenn Gott einem Menschen Weisheit gibt, wird sein Verhalten mit dem Willen Gottes übereinstimmen. Seine Gefährten werden seiner Weisheit vertrauen wenn es darum geht, Pläne für den Fortschritt des Werkes Gottes zur Erlösung von Seelen zu entwerfen, die dem Tode nahe sind. Der Apostel Petrus sagt: „Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unsres Herrn! Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend.“ 2. Petrus 1:2-3. Die Auslegung über die Bedeutung des goldenen Haupts ist an dieser Stelle sehr einfach, da die Bibel selbst die Erklärung dazu liefert. Das goldene Haupt des Standbildes steht für das Reich Babylon. Historiker bestätigen, dass für die Architektur dieses Reiches viel Gold verwendet wurde.
„Nach dir aber wird ein anderes Reich aufkommen, geringer als du; und ein nachfolgendes drittes Königreich, das eherne, wird über die ganze Erde herrschen.“
Daniel 2:39
In der Geschichte der Nationen wird, wer Gottes Wort studiert, die wörtliche Erfüllung der göttlichen Prophetie erkennen. Nach dem babylonischen Reich sollte ein anderes Weltreich aufkommen. Im Standbild wird es durch die Brust und Arme aus Silber dargestellt. Wie wir in Daniel 7:5 sehen werden, handelte es sich bei diesem Reich um das Reich Medo-Persien. Am 13. Oktober 539 vor Christus leiteten die Meder und Perser den Euphrat um und konnten so durch das trockene Flussbett in die Stadt eindringen und Babylon erobern. Babylon, endlich vernichtet und zertrümmert, verschwand weil seine Herrscher meinten, sie seien von Gott unabhängig und die Herrlichkeit ihres Königreiches menschlicher Leistung zugeschrieben. Das dritte Königreich, das im Standbild durch das Kupfer dargestellt ist, war das griechische Weltreich. Der brillante junge griechische General Alexander der Große besiegte den Perserkönig Darius III. in der Schlacht von Arbela 331 vor Christus. Der Historiker Herodot beschrieb die griechischen Kämpfer als „Männer aus Bronze vom Meer her kommend“. Die Rüstungen der Infanterie bestand größtenteils aus Bronze. Doch auch das griechische Reich sollte keinen Bestand haben. Am 22. Juni 168 vor Christus ging das Reich von Alexander dem Großen, lange nach seinem Tod, in der Schlacht von Pydna unter. … Die folgenden Königreiche sanken sogar noch tiefer und waren noch verdorbener. Immer tiefer ging es mit ihren moralischen Werten.
Die Macht jedes irdischen Herrschers ist vom Himmel gegeben. Sein Erfolg hängt davon ab, wie er diese Macht benützt. … Um die Auswirkung dieser Prinzipen in der Ausübung seiner Macht zu erkennen, setzt Gott Könige ab und setzt Gott Könige ein Daniel 2:21. Dies bedeutet die Philosophie der Geschichte zu verstehen.
Die Weissagungen, die der große Ich bin uns in seinem Wort geschenkt hat, fügen in der Kette der Ereignisse Glied an Glied und reichen aus ewiger Vergangenheit bis in die ewige Zukunft. So sagen sie uns, wo wir heute im Wechsel der Zeitalter stehen und was in der Zukunft zu erwarten ist. Alles was nach den Voraussagen der Prophetie bis in die Gegenwart hinein geschehen sollte, ist auf den Blättern der Geschichte verzeichnet. Und wir können sicher sein, dass alles, was noch kommen soll, sich eins um das andere erfüllen wird.
„Und ein viertes Königreich wird sein, so stark wie Eisen; ebenso wie Eisen alles zermalmt und zertrümmert, und wie Eisen alles zerschmettert, so wird es auch jene alle zermalmen und zerschmettern.“
Daniel 2:40
Die Bibel und nur sie vermittelt eine richtige Schau dieser Dinge. In ihr werden die großen Schlussszenen der Weltgeschichte offenbart, Ereignisse, die schon ihre Schatten vorauswerfen und deren geräuschvolles Nahen die Erde erzittern und die Menschenherzen vor Furcht verzagen lässt. Das vierte Weltreich wird durch die eisernen Beine des Standbildes dargestellt. Das griechische Reich wurde in der Schlacht von Pydna durch das römische Reich abgelöst und Rom regierte die Welt von 168 vor Christus bis 476 nach Christus. Rom war eine unbarmherzige Nation, die mit „eisernem Stabe“ herrschte. Seine Kaiser nannten sich Götter und beanspruchten Anbetung und Gehorsam von allen Untertanen. Rom herrschte am längsten und erreichte die größte Ausdehnung aller Weltreiche im Altertum. Doch auch das römische Reich sollte in dieser Form nicht für immer bestehen bleiben.
Heute verkündigen die Zeichen der Zeit, dass wir an der Schwelle großer und ernster Ereignisse stehen. In unserer Welt ist alles in Bewegung geraten. Vor unseren Augen erfüllt sich die Weissagung des Erlösers über die Geschehnisse, die seinem Kommen vorausgehen sollen: „Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; sehet zu und erschrecket nicht ... Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere und ein Königreich wider das andere, und werden sein teure Zeit und Erdbeben hin und her.“ Matthäus 24:6,7.
„Dass du aber die Füße und Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen bestehend gesehen hast, bedeutet, dass das Königreich gespalten sein wird; aber es wird etwas von der Festigkeit des Eisens in ihm bleiben, gerade so, wie du das Eisen mit lehmigem Ton vermengt gesehen hast.“
Daniel 2:41
Jede Nation, die die Weltbühne betreten hat, durfte ihren Platz auf Erden einnehmen, damit entschieden werde, ob sie die Absichten des Wächters und des allein Heiligen erfülle. Die Prophetie hat die Entstehung und Entwicklung der großen Weltreiche – Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom – aufgezeichnet. Bei jedem von ihnen, wie auch bei den nicht so mächtigen Reichen, hat sich die Geschichte wiederholt. Jedes hatte seine Zeit der Erprobung; jedes versagte; sein Ruhm verblaßte, seine Macht schwand dahin. Während Völker Gottes Grundsätze verwarfen und dadurch ihren eigenen Untergang herbeiführten, waltete doch offensichtlich zu allen Zeiten ein göttlicher, alles beherrschender Plan. Im Standbild wird nach den eisernen Beinen kein neues Metall mehr erwähnt, da die Füße aus Eisen und Ton sein sollten. Dadurch macht die Bibel deutlich, dass das heidnischen Rom durch kein neues Weltreich abgelöst werden sollte. Das römische Reich sollte untergehen, aber nicht von einem anderen Weltreich abgelöst werden. Von Mitte des 4. Jahrhundert bis Mitte des 5. Jahrhundert überschwemmten germanische Völker das westliche Europa. Es war die Zeit der Völkerwanderung. Goten, Burgunder, Vandalen, Sueven, Alemannen, Hunnen und Angelsachsen verwüsteten verschiedene Teile des römischen Reichs zu Wasser und zu Land. Sie teilten das Reich unter sich auf und dadurch entstanden die modernen Nachfolgestaaten Europas. Interessant an dieser Stelle ist sicherlich, dass es trotz mehrfacher Versuche bis heute nicht gelungen ist, ein weiteres Weltreich auf römischem Boden aufzurichten. Viele Herrscher scheiterten bei diesem Vorhaben: „Karl der Große, König der Franken (768-814)“, „Karl der Kahle, Kaiser der Franken (823-877)“, „König Ragnar Lodbrok, Dänemark (766-845)“, „König Halvdan Svarte, Norwegen (810-860)“, „König Harald I. Schönhaar, Norwegen (852-933)“, „Otto der Große, römischer Kaiser (936-973)“, „Ludwig XIV, der Sonnenkönig (1638-1715)“, „Napoleon, Kaiser Frankreichs (1769-1821)“, „Kaiser Wilhelm II im 1. Weltkrieg (1859-1941)“, „Reichskanzler Hitler im 2. Weltkrieg (1889-1945)“.
Die Bibel macht ganz deutlich, dass nach dem heidnischen Rom kein neues Weltreich mehr entstehen würde. Im Alter von 29 Jahren stürzte zum Beispiel Napoleon die französische Regierung und begann dann, die Welt für Frankreich zu erobern. Es sah so aus, als könnte nichts ihn aufhalten. Napoleon beschloss, Russland zu erobern. Der strenge russische Winter hatte die Pläne Napoleons zerschlagen. Bei der endgültigen Niederlage zu Waterloo am 18.06.1815 ließ ein ungewöhnlich starker Regen seine Artillerie im Schlamm versinken. Im Zustand der Verzweiflung soll Napoleon gesagt haben: „Gott, der Allmächtige, war mir zu stark.“ Trotz Währungsunion, Handels- und Wirtschaftsabkommen wird auch Europa nie wieder ein weltmachtähnliches Gebilde werden. Viele Kriege und viel Leid hätte verhindert werden können, wenn die Mächtigen dieser Erde auf Gott gehört hätten. Sie hätten erkennen können, dass alle Bestrebungen, ein weiteres Weltreich aufzurichten, nicht von Erfolg gekrönt sein würden.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was genau sich hinter dem Ton verbirgt. Metalle bedeuten in diesem Standbild politische Weltreiche. Da Ton kein Metall ist, kann es also auch kein Symbol für eine politische Komponente des Reichs sein. Man könnte in dem Ton sicherlich die Germanenvölker sehen, durch die das weströmische Reich unterging. Aber auch die Germanenvölker, und vor allem die durch den Zerfall des römischen Reichs entstandenen Nachfolgestaaten, sind ja wiederum politische Gebilde und diese werden durch das Eisen in den Füßen dargestellt.
Was bedeutet der Ton? Und was bedeutet es dass der Ton eine Festigkeit des Eisens in sich trägt? „Nun aber bist du, Herr, unser Vater; wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer; wir alle sind das Werk deiner Hände.“
Jesaja 64:7, „Kann ich mit euch nicht genauso umgehen wie dieser Töpfer, du Haus Israel?, spricht der Herr. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel!“
Jeremia 18:6. Da die politische oder weltliche Komponente in den Füßen durch das Eisen dargestellt ist, macht es Sinn, in dem Ton die Kirche, das heißt die religiöse Komponente, zu sehen. Geschichtlich gesehen entspricht es ja auch der Tatsache, dass nach dem heidnischen Rom das päpstliche Rom seine Herrschaft antrat und für über 1000 Jahre herrschte. Wie war nun das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in dieser Zeit? Dieser Vers bringt ja zum Ausdruck, dass nur etwas von des Eisens Härte in den Füßen vorhanden sein sollte. Dies bedeutet, dass die Kirche die Vorherrschaft über die Länder haben sollte, da in diesem Reich, bestehend aus Eisen und Ton, der Ton das Sagen haben sollte. Gerade der Gang nach Canossa, bei dem Heinrich IV. im Jahre 1077 nach Christus bei Papst Gregor VII. darum bat, den Kirchenbann gegen ihn aufzuheben, macht deutlich, welche Macht die Kirche im Mittelalter besaß.
Ich hoffe die Liste der Könige und Herrscher oben ist verständlich. Man könnte noch weiter auflisten, zum Beispiel „Pippin III., König der Franken (714-768)“, „König Harald I. Blauzahn Gormsson, Dänemark und Norwegen (910-987)“, „König Friedrich VII., Dänemark (1808-1863)“, „Kaiser Wilhelm I., Deutsches Reich (1797-1888)“, „Kaiser Friedrich III., Deutsches Reich (1831-1888)“, „Präsident Mohammed Daoud Khan, Afghanistan (1909-1978)“, „Gründer und Anführer der al-Qaida Osama bin Laden, Saudi-Arabien (1957-2011)“, „Präsident Saddam Hussein, Irak (1937-2006)“, „Präsident Clinton, Vereinigte Staaten (1946-Heute)“, „Präsident Bush, Vereinigte Staaten (1946-Heute)“, „Präsident Putin, Russland (1952-Heute)“, „Oberbefehlshaber Kim Jong-un, Nordkorea (1984-Heute)“
„Und wie die Zehen seiner Füße teils aus Eisen und teils aus Ton waren, so wird auch das Reich zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein.“
Daniel 2:42
In diesem Vers ändern sich nun die Machtverhältnisse. Während in Daniel 2:41 der Ton über das Eisen herrscht, ist hier davon die Rede, dass es zum Teil ein starkes und zum Teil ein schwaches Reich sein sollte. Der Reihenfolge entsprechend stellt nun nicht mehr der Ton den starken Teil dar, sondern das Eisen, das heißt der Staat herrscht über die Kirche. Dies erfüllte sich, als der französische General Berthier unter Napoleon 1798 nach Christus Papst Pius VI. absetzte und ihn nach Frankreich ins Exil brachte, wo er dann im Juli 1799 verstarb. Dieses Ereignis markiert das Ende der Vorherrschaft des Papsttums. Die Kirche verlor ihren Kirchenstaat und damit ihren weltlichen Einfluss.
„Dass du aber Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast, bedeutet, dass sie sich zwar mit Menschensamen vermischen, aber doch nicht aneinander haften werden, wie sich ja Eisen mit Ton nicht vermischt.“
Daniel 2:43
Und wiederum ändern sich die Machtverhältnisse. Nun gehen Staat und Kirche, Eisen und Ton, Bündnisse ein, das heißt sie werden sich vermischen. Gerade die heutige Zeit wird durch diese Symbolik sehr ausdrucksvoll verdeutlicht. Es gibt ein neues Phänomen, das noch nie da gewesen ist. Es werden auf jeder Ebene Bündnisse geschlossen, die die ganze Welt umschließen: religiös, wirtschaftlich und politisch. Was an einem Ort auf der Erde geschieht, hat Auswirkung auf die ganze Welt. Jeder ist mit einbezogen. Keiner ist neutral. Bis jetzt haben die Mächtigen dieser Welt immer versucht, durch Kriege ein Weltreich, bzw. eine Weltregierung aufzubauen. Das Phänomen, das wir zur Zeit erleben, ist dagegen einzigartig in der Geschichte der Menschheit. Man versucht durch Bündnisse zwischen Kirche und Staat eine „Neue Weltordnung“ aufzurichten. Diese unmittelbar bevorstehende religiös-politische Weltregierung, die durch die Vermischung von Eisen und Ton dargestellt wird, findet in der biblischen Prophetie mehrfach Erwähnung. Sie wird in Offenbarung 13 als Bild des Tieres dargestellt oder in Offenbarung 17 als Hure, die auf einem Tier sitzt. Doch auch hier macht die Bibel deutlich, dass diese neue Weltregierung keinen Bestand haben wird, denn Kirche und Staat werden nicht aneinander festhalten, so wie sich eben Eisen und Ton nicht mengen lässt.
„Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen; ganz so, wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat den König wissen lassen, was nach diesem geschehen soll. Und der Traum ist zuverlässig, und seine Deutung steht fest!“
Daniel 2:44-45
Durch den Traum von dem großen Standbild, der Nebukadnezar geschenkt worden war und ihm Ereignisse enthüllte, die sich bis zum Ende der Zeiten erstreckten, sollte er begreifen, welche Rolle er selbst in der Weltgeschichte spielen und welche Beziehung sein Reich zum Himmelreich aufrechterhalten sollte. Die Auslegung des Traumes hatte ihn klar über die Aufrichtung des ewigen Gottesreiches unterrichtet. Daniel hatte ihm erklärt, zur Zeit dieser Könige wird Gott sein Reich aufrichten. Das Reich Gottes wird durch einen Stein dargestellt, der die ganze Erde füllt. Dieses wächst seit den Zeiten Abels. Selbst Nebukadnezar, der König von Bayblon, darf zum Reich Gottes gezählt werden, da er sich später zum Herrn bekehrte. Aber aufgerichtet wird das Reich Gottes zur Zeit der Könige aus Eisen und Ton. Zum ersten Mal werden hier Könige im Plural genannt. Das bedeutet, dass es nicht ein Königreich ist, sondern ein Bündnis aus mehreren Staaten. Wenn Kirche und Staat sich weltweit vereinigen werden, wird Gott sein Reich aufrichten.
Der König hatte die Macht Gottes anerkannt, als er zu Daniel sagte: „Es ist kein Zweifel, euer Gott ist ein Gott über alle Götter ..., der Geheimnisse offenbaren kann.“ Daniel 2:47. Danach stand Nebukadnezar eine Zeitlang unter dem Einfluß der Gottesfurcht, aber sein Herz war noch nicht gereinigt von weltlichem Ehrgeiz und vom Wunsch nach Selbsterhöhung. Der Wohlstand, der seine Regierung begleitete, erfüllte ihn mit Stolz. Bald ließ er davon ab, Gott zu ehren, und nahm mit verstärktem Eifer und mit Fanatismus seine Götzenverehrung wieder auf.
Jesus wird sehr bald wiederkommen und das Böse dieser Welt wird damit ein Ende haben. Er wird ein neues Reich aufrichten. Ja sogar unsere Erde wird er neu machen, damit die paradiesischen Zustände wiederhergestellt sein werden. Jesus Christus wird also zu der Zeit wiederkommen, wenn die Mächtigen dieser Erde sich alle verbündet haben werden. Die neue Weltordnung, in der Kirche und Staat sich verbünden, wird kommen. Aber Gott wird durch die Wiederkunft Jesu eingreifen und sein Reich aufrichten.
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