Dienstag, 11. August 2020

Daniel Lektion 3

„Der König Nebukadnezar ließ ein goldenes Standbild anfertigen, 60 Ellen hoch und 6 Ellen breit, das stellte er in der Ebene Dura in der Provinz Babel auf. Und der König Nebukadnezar ließ die Satrapen, Vorsteher und Statthalter versammeln, die Räte, Hofschatzmeister, Richter und Gerichtsbeamten samt allen Provinzvorstehern, damit sie zur Einweihung des Bildes kämen, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte.“

Daniel 3:1-2


Nebukadnezar hatte gerade unmittelbar zuvor die Deutung des Traumes erfahren, aber seine Reaktion darauf war nur eine kurzfristige religiöse Aufwallung gewesen. Eine Form der Gottseligkeit, ein ernstes Bekenntnis, war er noch weit entfernt von Gott. Seine Lippen sprechen scheinbar wohllautende Worte aus, aber sein Herz vermochte nicht zu glauben. Was tatsächlich sein Herz bewegt, finden wir in diesem Kapitel. Nebukadnezar ist ein erschütterndes Beispiel dafür, dass es ein vergebliches Glauben gibt „durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe — es sei denn, dass ihr vergeblich geglaubt hättet.“

1. Korinther 15:2. Wenn man nur glaubt aufgrund äußerer Wirkungen und Machterweisungen, wenn nur das der Inhalt des Glaubens ist und nicht zugleich das Gewissen berührt wird und ein Werk Gottes an der Seele geschehen kann, dann ist das, was man vorgibt zu glauben, vergeblich. Johannes 2:23-25 zeigt uns auch so ein Beispiel für Glauben, ein Für-Wahr-Halten aufgrund von Beweisen, wo es keine Bewegung im Herzen gab, wo kein Werk Gottes in der Seele geschehen war. Nebukadnezar hatte auch geglaubt, dass der Gott Daniels der wahre Gott ist und dass dieser Gott die Quelle der Offenbarung war, die Daniel erhalten hatte. Wenn man nur die äußeren Beweise zur Kenntnis nimmt und für wahr hält, und dann seinen Weg weitergeht, dann ist das der Weg zum scheitern. Das gleiche finden wir auch bei Simon dem Zauberer Apostelgeschichte 8:13-21. Es scheint fast, als wäre Nebukadnezar durch die Deutung des Traums, wo ihm gesagt wurde, dass er selbst das Haupt von Gold sei, zur Errichtung dieses goldenen Bildes inspiriert worden. Er machte von sich dieses Bild, vor dem sich dann jeder niederbeugen musste.


Die Geschichte wird sich wiederholen. Die falsche Religion wird erhöht werden. Allen Völkern, Sprachen und Nationen wird befohlen werden, ein falsches Bild zu heiligen. Dies ist Satans Plan. Der Erlass, der die Anbetung erzwingt, wird in alle Welt ausgehen. In beschränktem Maße ist er bereits ausgegangen. An verschiedenen Orten spricht die Regierung mit Drachenstimme, geradeso, wie der heidnische König zu den hebräischen Gefangenen sprach.


Gewaltanwendung ist das letzte Mittel jeder falschen Religion. Zuerst versucht sie, die Leute anzulocken, wie es der König von Babylon tat mithilfe der Macht der Musik und äußerer Schaustellung. Wenn diese Anziehungskraft, von Menschen erfunden, von Satan eingegeben, darin versagte, Menschen zur Anbetung des Bildes zu bewegen, waren die hungrigen Flammen des Feuerofens bereit, sie zu verschlingen. So wird es auch jetzt zugehen. Wir benötigen denselben Geist, den Gottes Diener im Kampf mit dem Heidentum zeigten.


„Sobald nun die Satrapen, Vorsteher und Statthalter, die Räte, Hofschatzmeister, Richter und Gerichtsbeamten samt allen Provinzvorstehern zur Einweihung des Bildes versammelt waren, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte, und vor dem Bild standen, das Nebukadnezar aufgestellt hatte, da rief der Herold mit gewaltiger Stimme: Das lasst euch gesagt sein, ihr Völker, Stämme und Sprachen: Sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen, Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König Nebukadnezar aufgestellt hat! Wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden! Darum fielen zur bestimmten Zeit, als alle Völker den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und aller Arten von Musik hörten, alle Völker, Stämme und Sprachen nieder und beteten das goldene Bild an, das der König Nebukadnezar aufgestellt hatte.“

Daniel 3:3-7


Niemand anders als Gott kann den Stolz des menschlichen Herzens unterwerfen. Wir können uns nicht selbst erlösen. Wir können uns nicht selbst umwandeln. In den himmlischen Höfen wird kein Gesang folgenden Inhalts erklingen: „Mir, der ich mich selbst geliebt, selbst gewaschen und selbst erlöst habe, sei Verherrlichung, Lob und Preis.“ Aber dies ist der Grundton des Liedes, das von vielen hier auf Erden gesungen wird. Sie wissen nicht, was es bedeutet, sanftmütig und von Herzen demütig zu sein. Wenn sie es irgendwie vermeiden können, wollen sie es auch gar nicht wissen. Das ganze Evangelium besteht darin, von Christi Sanftmut und Demut zu lernen. Was ist Rechtfertigung durch den Glauben? Es ist das Werk Gottes, die Herrlichkeit des Menschen in den Staub zu legen und das für den Menschen zu tun, was er in eigener Kraft nicht für sich selbst tun kann. Wenn Gott in den Zeiten der Nationen den Menschen Macht verleiht, entsteht immer die Frage, ob sich der Mensch dieser verliehenen Macht würdig erweisen wird. Auch dieses Kapitel zeigt wie damals schon bei Mose, dass Macht in der Hand von Menschen zur Schlange wird 2. Mose 7:10, der Mensch hat sich nie dieser Macht würdig erwiesen. Zur Einweihung des Bildes wurden Legislative, Exekutive und Judikative, alle Beamten, Gewalten und Repräsentanten der Führungsschicht des Landes zusammengerufen, um dieses Bild anzubeten. Sie sollten praktisch dem einfachen Volk damit zeigen, dass dies nun die Religion sei, der man zu folgen habe. Und alle folgen diesem Ruf, vielleicht nicht alle freiwillig, aber sie folgten, weil sie wussten, dass ihnen der Tod drohte, wenn sie nicht hingehen würden. Wenn unter der Anstiftung Satans eine Massenbewegung ihren Anfang nimmt, müssen alle ihr folgen. Gehören wir heute zu der Masse, die auch bestimmten Götzen hinterher läuft? Wenn Nebukadnezar hier dieses Bild aufrichten lässt, dann bezieht sich das erstmal auf ihn selbst. Seitdem das römische Reich aufgerichtet wurde, trägt es die Charakterzüge aller vorhergehenden Reiche. Auch der Charakter des babylonischen Reiches wird im römischen Reich wieder aufgezeigt.


„Deswegen traten zur selben Stunde etliche chaldäische Männer herzu und verklagten die Juden. Sie ergriffen das Wort und sprachen zum König Nebukadnezar: O König, mögest du ewig leben! Du hast, o König, Befehl gegeben, dass jedermann, der den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hört, niederfallen und das goldene Bild anbeten soll; wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll in den glühenden Feuerofen geworfen werden.“

Daniel 3:8-11


Dieser Abschnitt beginnt mit einem deswegen. Worauf bezieht es sich? Vers 7 hatte damit geendet, dass alle Völker beim Klang der Musik niedergefallen waren und das Bild angebetet hatten; bis auf Hananja, Misael und Asarja. Prüfung und Verfolgung werden über alle kommen, die es im Gehorsam zum Wort Gottes ablehnen. „Wir werden den wilden Tieren vorgeworfen, damit wir widerrufen sollen, wir werden in den Flammen verbrannt, wir werden zu Gefängnis und Bergwerk verurteilt, wir werden auf Inseln wie Patmos verbannt - doch all das bleibt wirkungslos.“ So war es im Falle der drei edlen Hebräer: sie hatten allein die Ehre Gottes vor Augen, sie waren standhaft, die Kraft der Wahrheit hielt sie fest in der Treue Gott gegenüber. Wir lernen daraus, dass es nie ein Maßstab für Richtigkeit eines Handelns ist, wie viele dabei mitmachen! Immer wenn etwas zwischen unser Gewissen und Gott tritt, müssen wir Gott treu sein. Die drei Freunde kannten ganz einfach Gottes Wort und hielten sich an das erste und das zweite Gebot aus 2. Mose 20:3-4. Das war ihnen genug Motivation, einfach dem Befehl nicht zu gehorchen. Wenn wir Gottes Willen klar und deutlich in Seinem Wort finden können, brauchen wir nicht darum zu beten, wie wir uns verhalten sollen, dann sollten wir einfach nur danach handeln. Die drei Freunde leisten ihren Widerstand dem Befehl des Königs gegenüber nicht in einer spektakulären Form. Als Beamte sind sie wohl zu der Einweihung des Bildes eingeladen gewesen Daniel 2:49; 2:3 und dieser Einladung wohl auch gefolgt, aber sie haben sich vor dem Bild nicht gebeugt. Sie unterschieden also sehr wohl, wie weit sie dem Befehl des Königs noch Gehorsam leisten mussten, und wo sie an eine Grenze kamen, die sie in Widerspruch zu Gottes Wort bringen würde. Es liegt in der Kraft Gottes allein, dass wir befähigt werden, Ihm treu zu sein. „Liebt ihr mich,“ sagte Christus, „so haltet meine Gebote.“ „Wer meine Gebote hat und hält sie, der liebt mich, und wer mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ Und hat Christus sich nicht seinen treuen Kindern offenbart? Wandelte er nicht im Feuerofen mit den Gefangenen, die es ablehnten, dem goldenen Standbild auch nur ein Quentchen Ehrerbietung zu zollen, die allein Gott zukam? Offenbarte Ersieh nicht dem Johannes, der wegen seiner Treue auf die Insel Patmos verbannt wurde? Haben nicht diejenigen, die um Gerechtigkeit willen verfolgt wurden, die es trotz ihrer Leiden ablehnten, die Einrichtung des Papsttums anzubeten, dennoch die Gegenwart des göttlichen Trösters in ihren einsamen Gefängnissen wahrgenommen?


Bisher hatte man immer gesehen, dass Daniel voranging, aber jetzt finden wir bestätigt, dass diese drei Männer den gleichen Glauben und die gleichen Werke wie Daniel hatten, dass sie die gleiche Treue hatten zu Gott wie Daniel hatten. Sie waren keine bloßen Mitläufer gewesen, wie Lot es in seinen Tagen gewesen war. Diese jüdischen Freunde waren Abgesonderte unter diesem Volk geblieben, hatten sich in ihrem gesamten Verhalten nicht dem babylonischen Ritualen angepasst. Sie wurden wegen ihrer Treue angezeigt, nicht wegen falschem Tun 1. Petrus 4:15-16. Es sind nur wenige, aber sie bleiben ihrem Gott wirklich treu, egal in welcher Färbung die Verführung kommt. Und sie stehen hier gewissermaßen für das ganze Volk.


Wenn ihre Ankläger von den Juden sprechen, meinen sie in Wirklichkeit nur diese drei Männer. Gott sieht es zu allen Zeiten so, dass diejenigen, die in Treue Sein Wort bewahren, die wahren Repräsentanten Seines Volkes sind. Offensichtlich hatten sich die meisten der Juden angepasst, nur Daniel und diese drei Freunde nicht. So war es auch während der Verbotszeit, wo viele in den Bund gegangen sind. Und wer es nicht getan hatte, musste Schande(=Erniedrigung) von den eigenen Glaubensgeschwistern erfahren. Damals haben Brüder zu Brüdern gesagt: „Euch kriegen wir auch noch!“ Wir sollten uns bewusst sein, dass es auch in unseren heutigen Tagen insgesamt dunkler werden wird, deshalb sollten wir innerlich enger zusammenrücken und mit mehr praktischer Bruderliebe untereinander verbunden den Weg gehen, um uns in unserem Glauben gegenseitig zu stärken und in gegenseitiger Wertschätzung und Unterstützung dem gemeinsamen Ziel entgegenzugehen.


„Nun sind da jüdische Männer, die du über die Verwaltung der Provinz Babel bestellt hast, Sadrach, Mesach und Abednego. Diese Männer, o König, achten nicht auf dich, dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du aufgestellt hast!“

Daniel 3:12


Ein schwerer Test kam auf . . . diese Jugendlichen zu, als Nebukadnezar eine Proklamation herausgab, die alle Beamten des Königreiches dazu aufrief, sich zur Einweihung des großen Standbildes zu versammeln und bei dem Klang der Musikinstrumente niederzufallen und es anzubeten. Sollte irgendjemand dies nicht tun, sollte er sofort in einen brennenden Feuerofen geworfen werden. Die Anbetung dieses Bildes war von den Weisen in Babylon vorgeschlagen worden, um die hebräischen Jugendlichen zur Anbetung ihrer Götzen zu bewegen. Sie waren wunderschöne Sänger, und die Chaldäer wollten, dass sie ihren Gott vergessen und die Götter der Babylonier anbeten.

Der festgesetzte Tag kam, und bei dem Klang der Musik fiel die große Schar, die sich auf Befehl des Königs versammelt hatte, nieder und betete das goldene Bild an. Aber diese treuen jungen Männer wollten sich nicht niederbeugen.


Durch die hebräischen Gefangenen wurde der Herr den Heiden in Babylon bekannt gemacht. Diesem götzendienerischen Volk wurde davon Kenntnis gegeben, dass der Herr ein Königreich aufrichten wird, das sich durch seine Macht gegen alle Macht und Verschlagenheit Satans durchsetzt. Daniel und seine Freunde, Esra und Nehemia und viele andere waren während ihrer Gefangenschaft Zeugen für Gott. Der Herr zerstreute sie unter die Reiche der Erde, damit ihr Licht in der Dunkelheit des Heidentums und Götzendienstes hell leuchten sollte. Daniel und seine Freunde hatten ein reines Gewissen ohne Vergehen gegen Gott. Aber sie konnten dies nicht ohne Anstrengung bewahren. Welch eine Prüfung kam über die drei Freunde von Daniel, als von ihnen verlangt wurde, dass sie das große Bild, welches der König Nebukadnezar in der Ebene von Dura aufstellen liess, anbeten. Ihre Prinzipien verboten ihnen, dass sie das Götzenbild ehrten, denn es war ein Rivale des Gott des Himmels. Sie wussten, dass sie alle ihre Fähigkeiten Gott verdankten. Ihre Herzen waren erfüllt von Sympathie für alle Menschen, aber sie hatten das hohe Bestreben sich Gott gegenüber als völlig treu zu erweisen.


Die Ankläger wiederholen in Vers 10-11 sowohl den ausdrücklichen Befehl des Königs als auch die angedrohte Strafe, aber sie machen es in Vers 12 durch die wiederholte persönliche Ansprache zu einer unmittelbaren Sache zwischen dem König und den drei Freunden: „du hast sie …bestellt“; „auf dich achten sie nicht“; „deinen Göttern dienen sie nicht“; „das Bild, das du aufgerichtet hast, beten sie nicht an“. Sie wollen ihn damit darauf hinweisen, dass er als Person und König von ihnen missachtet würde, dass seine Religion von ihnen abgelehnt würde. Mit dieser Verschärfung der Anklage wollen sie sicherstellen, dass an diesen drei Freunden die angedrohte Strafe auch vollzogen würde. Allerdings war der erste Vorwurf, sie würden den König selbst nicht achten, eine gemeine Lüge. Daniel und seine Freunde hatten in den ersten beiden Fällen Standhaftigkeit bewiesen und den Geboten Gottes gehorcht, und als dann drittens dieses königliche Gebot zur Anbetung des Bildes kam, haben sie wieder Gott gehorcht. Es gab kein stufenweises Nachgeben bei ihnen. Wenn wir das nämlich tun, werden wir die Kraft verlieren, bei der nächsten Versuchung, die gegen Gottes Gedanken ist, erneut standhaft zu bleiben! Wir müssen in den kleinen Dingen Gott gehorchen und treu sein, dann werden wir auch die Kraft haben, in weiteren Glaubenserprobungen gehorsam zu sein. Möchten wir uns auch darin diese drei jungen Männer zum Vorbild für unser eigenes Glaubensleben nehmen!


„Da befahl Nebukadnezar mit grimmigem Zorn, dass man Sadrach, Mesach und Abednego kommen lasse. Sogleich wurden jene Männer vor den König gebracht. Nebukadnezar ergriff das Wort und sprach zu ihnen: Sadrach, Mesach und Abednego, geschieht es vorsätzlich, dass ihr meinen Göttern nicht dient und das goldene Bild nicht anbetet, das ich habe aufrichten lassen? Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich gemacht habe, [dann ist es gut!] Wenn ihr es aber nicht anbetet, so sollt ihr au­genblicklich in den glühenden Feuer­ofen geworfen werden! Und wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte?“

Daniel 3:13-15


Eine sehr gute Frage von Nebukadnezar „wer ist der Gott, der die drei Freunde nicht verbrennen lässt“. Jahwe, der Ewige, aus sich Seiende, der Ungeschaffene, der Schöpfer und Erhalter aller Dinge, hat allein das Recht zu höchster Verehrung und Anbetung. Der Mensch darf keinem andern Wesen den ersten Platz in seinen Gefühlen oder seinem Handeln einräumen. Was auch immer wir schätzen mögen, sobald es unsere Liebe zu Gott mindert oder den ihm gebührenden Dienst beeinträchtigt, machen wir uns einen Gott daraus. „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!“ 2.Mose 20:4-5 Das zweite Gebot verbietet die Anbetung des wahren Gottes in Nachbildungen. Viele heidnische Völker machen geltend, ihre Bilder seien nur Darstellungen oder Sinnbilder, in denen sie die Gottheit anbeten. Aber Gott hat solche Verehrung als Sünde bezeichnet. Der Versuch, den Ewigen gegenständlich darzustellen, schwächt die Gottesvorstellung des Menschen. Der Sinn, der sich von der unendlichen Vollkommenheit Jahwes abwendet, wird mehr vom Geschöpf als vom Schöpfer angezogen. Und mit dem sinkenden Gottesbegriff wird auch der Mensch selbst entwürdigt.


Diese drei Freunde werden auf Befehl des Königs vor ihn gebracht. Seine Autorität war jetzt beleidigt und herausgefordert worden, und er reagiert auf eine typisch fleischliche Art in Zorn und Grimm. Zorn und Grimm sind immer schlechte Berater Sprüche 27:4;16:14 und durch eines Mannes Zorn wird Gottes Gerechtigkeit nicht gewirkt Jakobus 1:20. Wir müssen uns über diesen Zorn nicht wundern, denn durch das treue Verhalten der drei Freunde wurde sein ganzes Konzept verdorben, diese einheitliche Religion zu schaffen als Bindeglied über sein großes Volk – dieser Plan wurde mutwillig zerstört. Und doch scheint es so, als würde er den drei Freunden einen gewissen Aufschub gewähren. Er gibt ihnen noch einmal die Chance, sich die Sache zu überlegen. Diese zweite Chance bedeutete für die drei Freunde aber auch keine geringe Gefahr, sie standen noch immer als ganz junge Männer vor dem mächtigsten Herrscher, den die Welt je gesehen hatte. Nebukadnezar baut ihnen mit seiner Frage „Ist es Vorsätzlich“ praktisch eine goldene Brücke, wo sie hätten zugeben können, dass sie mit ihrer Weigerung, sich niederzuwerfen, unbedacht gehandelt hatten. Sie hätten Ausreden finden können und mit vielen Möglichkeiten auf diese zweite Chance reagieren können. Zuerst kam Satan als brüllender Löwe, und jetzt versucht er in seiner List, sie aus ihrer treuen Nachfolge heraus zu verleiten. Aber sie blieben treu und betonten, dass sie mit Absicht so gehandelt hatten. Was ist wohl gefährlicher für einen, der treu zu seinem Herrn stehen möchte, das Drohen Babels oder das Lächeln Babels?


Zuerst kam Nebukadnezar also mit Verführung, am Ende von Vers 15 aber schreckt er mit seiner unverhohlenen Drohung des brennenden Feuerofens ab. Mit dieser schrecklichen Androhung will er sie noch einmal zur Umkehr ihrer Gedanken bringen. Und dann tut er etwas ganz Furchtbares! Er fordert den Gott Israels heraus mit einer frechen und unfassbar bösen Gesinnung: „Den Gott möchte ich mal sehen, der euch aus meiner Hand erretten wird“. Eine ganz böse Sprache! Nebukadnezar hat mit diesen Worten direkt in die Rechte Gottes eingegriffen, und ob bewusst oder unbewusst macht er die Sache damit zu einer Sache zwischen ihm und Gott. Es handelt sich damit nicht länger um eine Sache zwischen Nebukadnezar und den drei Freunden, sondern zwischen ihm und dem Gott dieser drei Freunde. In 2. Mose 5:2 führt der Pharao von Ägypten eine ganz ähnliche Sprache, und die Antwort des Herrn darauf ist: „Nun sollst du sehen, was ich dem Pharao tun werde; denn durch eine starke Hand gezwungen soll er sie ziehen lassen“ 2. Mose 6:1. Ähnlich böse Worte führt der König von Assyrien in 2. Chronik 32:15 im Mund; und auch im Blick auf das Haupt des römischen Reiches wird ähnlich herausfordernd gesprochen Offenbarung 13:4.


„Sadrach, Mesach und Abednego antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar, wir haben es nicht nötig, dir darauf ein Wort zu erwidern. Wenn es so sein soll — unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem glühenden Feuerofen erretten, und er wird uns bestimmt aus deiner Hand erretten, o König! Und auch wenn es nicht so sein soll, so wisse, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast!“

Daniel 3:16-18


Die drei Freunde antworten auf diese böse Herausforderung ihres Gottes nichts. Sie lassen in ihrer Erwiderung sogar den Titel König bei der Anrede Nebukadnezars weg, sie nennen nur seinen Namen, vor Gott war er einfach nur Nebukadnezar. Diesen Angriff auf ihren Gott nehmen sie nicht auf und überlassen es dem Gott, der hier beleidigt wurde, sich zu rechtfertigen und Seine Herrlichkeit zu erweisen. Sie machen es bewusst zu einer Sache zwischen ihrem Gott und dem König Nebukadnezar. Nebukadnezar hatte frech gefragt: „Wer ist der Gott…“, und sie antworten jetzt: „Unser Gott…“; sie standen zu ihrem Gott und stellten sich klar auf seine Seite, als Nebukadnezar Ihn so sehr in den Schmutz gezogen hatte. Und der Gott Israels hat geantwortet, und Er hat das auf eine Weise getan, die einfach kostbar ist, und Nebukadnezar muss später bekennen, dass er überwunden worden ist. Die heldenmütigen Hebräer konnten nicht vom Feuer verzehrt werden, da die Gestalt des vierten Mannes – der Sohn Gottes – bei ihnen war. So wird es auch am Tag des Kommens des Herrn sein, dass Rauch und Flammen keine Macht haben werden, um den Gerechten Schaden zuzufügen. Diejenigen, die mit dem Herrn vereint sind, werden unversehrt entkommen. Erdbeben, Wirbelstürme, Flammen und Überschwemmungen können diejenigen nicht verletzen, die bereit sind, ihrem Erlöser im Frieden zu begegnen. Aber diejenigen, die unseren Erlöser verworfen und ihn gegeißelt und gekreuzigt haben, werden zu denen gehören, die von den Toten auferweckt werden, um sein Kommen in den Wolken des Himmels zu sehen, wenn er begleitet von dem himmlischen Heer – zehntausend mal zehntausend und tausend mal tausend Engeln – erscheinen wird.


Die drei Freunde bewiesen ein unerschütterliches Vertrauen auf ihren Gott, sie wussten, dass der Gott, dem sie dienten, sie nicht in der Hand Nebukadnezars lassen, sondern sie daraus retten würde. Allerdings lassen sie dabei doch offen, wie Gott das tun würde. Aber sie wussten, egal wie Gott handeln würde, ob Er sie vor dem Feuerofen bewahren würde oder in dem Feuerofen bewahren würde, oder ob sie durch den Tod gehen müssten, Er würde sie aus der Hand Nebukadnezars retten. Mit dem Erretten meinen sie also nicht die Erhaltung ihres irdischen Lebens. Es ist die höchste der schönen Stufe 1. Timotheus 3:13, sein Leben hinzugeben für den Herrn, als Märtyrer für Ihn zu sterben. Es geht also nicht darum, ob Gott retten kann oder nicht, sondern es geht um Seine Absichten in den jeweiligen Umständen, um Sein Wesen der Heiligkeit. Sie wussten jedenfalls felsenfest, dass Gott ihnen helfen würde, dem Befehl des Königs nicht gehorchen zu müssen; davor würde ihr Gott sie retten – ob durch den Tod oder auf einem anderen Weg. Für Nebukadnezar wäre es ja ein größerer Triumph gewesen, wenn die drei Freunde das Bild angebetet hätten, als dass er sie in seiner Macht dem sicheren Tod im Feuerofen überlassen hätte. Sie haben, was ihre Seite anging, durch Glauben die Kraft des Feuers ausgelöscht Hebräer 11:34. „Das, was diese drei gesagt haben, war keine abstrakte Wahrheit sondern Glauben“! Sie hatten wirklich im Glauben die Handlungen Gottes erfasst und ausgesprochen. Die Standhaftigkeit und der Mut der drei Freunde kam aus dem tiefen Bewusstsein hervor, das sie von dem Gott hatten, dem sie dienten. Sie dienten und vertrauten einem größeren Gott und dienten deshalb den Göttern Nebukadnezars nicht. Diese Begebenheit hier ist ein Beispiel dafür, dass man Gott mehr gehorchen muss als Menschen Apostelgeschichte 5:29. In Römer 13:1 werden wir aufgefordert, den obrigkeitlichen Gewalten untertan zu sein, zu vergleichen 1. Petrus 2:13-14. Es ist die Aufgabe von uns Christen, die Regierungen, die Gott gegeben hat – auch heute – anzuerkennen. Wir haben sie nicht in Zweifel zu ziehen oder zu hinterfragen, ob sie alles recht machen oder wie sie eigentlich an die Macht gekommen sind, das geht uns absolut nichts an. Die Regierungen haben also ihren von Gott übertragenen Herrschaftsbereich, wenn sie aber diesen Bereich überschreiten, wenn sie sich in den Bereich der Autorität Gottes hineinwagen, dann muss der Gläubige Gott mehr gehorchen als dem Menschen.


Diese jungen Freunde wussten, dass man allein den Herrn anbeten sollte und dass sich der König Nebukadnezar hier in die Rechte Gottes einmischte, und deswegen mussten sie widerstehen. Das kann auch uns heute passieren, dass irgendwelche Regierungsstellen Gesetze erlassen, die gegen Gottes Wort sind und uns direkt betreffen und deshalb unser Gewissen beherrschen würden – dann müssen wir das ablehnen, wie auch die Folgen sein mögen. Aber wir müssen dann immer noch gehorchen, nämlich Gott.


„Da wurde Nebukadnezar voll Wut, und das Aussehen seines Angesichts veränderte sich gegen Sadrach, Mesach und Abednego; [dann] redete er und gab den Befehl, man solle den Ofen siebenmal heißer machen, als man es sonst zu tun pflegte. Und den stärksten Männern in seinem Heer befahl er, Sadrach, Mesach und Abednego zu binden und sie in den glühenden Feuerofen zu werfen. Da wurden diese Männer gebunden und in ihren Mänteln und Beinkleidern samt ihren Turbanen und ihren Gewändern in den glühenden Feuerofen geworfen. Weil nun der Befehl des Königs dringend und der Ofen übermäßig geheizt war, so tötete die Feuerflamme jene Männer, die Sadrach, Mesach und Abednego hinauftrugen; diese drei Männer aber, Sadrach, Mesach und Abednego, fielen gebunden in den glühenden Feuerofen.“

Daniel 3:19-23


Ein Bekenntnis zu Christus bedeutet mehr als in Gebets Versammlungen Zeugnis zu geben. Wir müssen ein anderes Bekenntnis ablegen, als wir es bisher getan haben; und wir werden das unter anderen Umständen machen müssen. Die drei Freunde von Daniel wurden aufgefordert, Christus angesichts des brennenden Feuerofens zu bekennen. . . . Wenn du gerufen wirst, um Christi willen durch den Feuerofen zu gehen, wird Jesus an deiner Seite sein. „Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen.“ Jesaja 43:2. Die drei Hebräer bekannten offen vor der ganzen Nation Babylon ihren Glauben an ihn, den sie anbeteten. Sie verließen sich auf Gott. In der Stunde ihrer Not erinnerten sie sich an seine Verheißung . . . Und auf wunderbare Weise war ihr Glaube an das lebendige Wort vor allen Augen gewürdigt worden. Die Botschaft ihrer wunderbaren Befreiung wurde von den Vertretern der verschiedenen Nationen, die Nebukadnezar zur Einweihung eingeladen hatte, in viele Länder getragen. Durch die Treue seiner Kinder wurde Gott auf der ganzen Erde verherrlicht. Als ihr Gott angegriffen wurde, haben sie eine klare Aussage gemacht; aber als es dann ihnen persönlich an den Kragen ging und sie gegriffen und in den Ofen geworfen wurden, hören wir keine Gegenrede mehr von ihnen. Machen wir es nicht manchmal genau umgekehrt? Wenn unser Gott und Seine Ehre angegriffen werden, dann schweigen wir oft und sagen nichts dagegen; aber wenn wir persönlich angegriffen werden, dann setzen wir uns oft wenigstens mit Worten zur Wehr.


Was unser Reden betrifft, haben wir einen Hinweis in 1. Petrus 3:15-17, die Freunde hatten Rechenschaft gegeben und dabei ein gutes Gewissen gehabt. Und für das Schweigen haben wir das wunderbare Beispiel des Herrn Jesus selbst in 1. Petrus 2:23. Dieses Beispiel kannten die drei Freunde noch nicht und entsprachen ihm doch schon auf eine so vorbildliche Weise; und wir kennen es und müssen doch bekennen, dass wir ihm so wenig entsprechen. Es ist eine Freude Gottes, die Namen derer, die zu Seiner Ehre ein Zeugnis für Ihn abgelegt haben und jetzt bereit sind, restlos alle Konsequenzen angesichts des Feuerofens zu tragen, immer wieder zu nennen. Gott liebt es, die Namen Seiner Treuen zu nennen, sie sind Ihm kostbar!


Feuer kann ja auf zweierlei Weise von Gott gebraucht werden, zur Läuterung, um mögliche Unreinheiten des Edelmetalls auszuscheiden Maleachi 3:3-4; und um zu zeigen, dass das Gold wirklich kostbares reines Material ist 1. Petrus 1:7. Hier würde das Feuer nur den bewährten, belastbaren Glauben der drei Freunde offenbaren. Doch wie ist es bei uns? Wir hören auch nicht davon, dass die drei Freunde zu Gott um Bewahrung vor dem Feuerofen gebetet hätten. Das wäre ja das Normalste der Welt gewesen, bei bevorstehender Gefahr um Bewahrung zu beten. Sie haben die Konsequenzen ihrer Treue einfach aus Gottes Hand angenommen, und sie überließen es ihrem Gott, wie Er sich verherrlichen würde. Gott hätte ihnen sicher diese Probe ersparen und sie auf andere Weise befreien können, aber sie waren einverstanden auf die Probe gestellt zu werden. Wenn Gott sie vor dem Feuerofen bewahrt hätte, dann wäre Er nicht so verherrlicht worden, wie es dann der Fall war. Sie vertrauten ihrem Gott und wollten lieber mit Ihm in den Tod gehen, als ohne ihn im königlichen Palast leben. Mit dem Herrn Jesus im Feuerofen ist besser, als ohne Ihn in den Palästen der Könige.


Diese Geschehnisse haben auch eine prophetische Bedeutung: In Offenbarung 13:5–7 haben wir den König des wiedererstehenden römischen Reiches, der geradeso wie Nebukadnezar hier große Dinge und Lästerungen reden wird. Und in Vers 7 finden wir dann im Bild das, was hier in Daniel 3 Nebukadnezar mit den drei Freunden tut. Nebukadnezar ist ein erschütterndes Vorbild von diesem letzten König des römischen Reiches, der sich auch ein Bild machen und anbeten lässt Vers 15. Das ist genau der Vorgang, der hier in der Geschichte von Daniel 3 vor uns ist. Es ist tief beeindruckend, wie sich das Buch Daniel und die Offenbarung ergänzen, man könnte fast sagen, sie bilden ein prophetisches Ganzes. Die Offenbarung ist nicht zu verstehen ohne Daniel, und Daniel ist ohne die Offenbarung nur halb so aussagekräftig. In der Offenbarung finden wir, wie Gott alles zu Ende führt zur Verherrlichung Seines Sohnes, sie ist Fortsetzung und Vollendung dessen, was Daniel hier schreibt.


„Da erschrak der König Nebukadnezar und stand rasch auf. Er redete und sprach zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden ins Feuer geworfen? Sie erwiderten und sprachen zu dem König: Gewiss, o König! Er antwortete und sprach: Siehe, ich sehe vier Männer mitten im Feuer frei umherwandeln, und es ist keine Verletzung an ihnen; und die Gestalt des vierten gleicht einem Sohn der Götter!“

Daniel 3:24-25

                 

Plötzlich erblasste das Gesicht des Königs vor Entsetzen. . . Seine Stimme zitterte vor Erregung und der Monarch rief aus: „Siehe, ich sehe vier Männer, die sich mitten im Feuer aufhalten und sie sind nicht verletzt, und die Gestalt des vierten ist wie der Sohn der Götter.“ Das Erschrecken war aber durchaus gottgewollt, ein erwecktes Gewissen soll dadurch in das ganze Licht Gottes kommen. Offenbar hat nur er den vierten Mann sehen können, seine Räte können nur bestätigen, was sie getan hatten. Er vergleicht ihn mit einem Sohn der Götter; es ist der Herr Jesus, der in Daniel 7:13 beschrieben wird wie eines Menschen Sohn. Die drei Freunde waren nicht darauf eingegangen, was Nebukadnezar gewagt hatte, gegen den Gott Israels zu sagen. Sie hatten nur davon geredet, wie völlig sie ihrem Gott vertrauten und Ihm die Sache überließen. Und jetzt ist es dieser vierte Mann, den Nebukadnezar sieht, der ihn zurückführt. Nur Nebukadnezar sah diesen vierten Mann und das brachte ihn zurecht. Er sieht jetzt kein Gesicht oder Traum, sondern er sieht zwei Wunder „Diejenigen, die gebunden in den Feuerofen geworfen worden waren, gehen frei umher“, „und ein vierter Mann ist bei ihnen.“


Woher wusste dieser heidnische König, wie der Sohn Gottes aussah? Die hebräischen Gefangenen, die Vertrauensstellungen in Babylon innehatten, hatten ihm mit ihrem Leben und ihrem Charakter die Wahrheit gezeigt. Als sie nach einem Grund ihres Glaubens gefragt wurden, hatten sie ohne zu zögern ihr Zeugnis abgegeben. Sie hatten schlicht und einfach die Grundsätze der Gerechtigkeit dargelegt und so die Menschen um sie herum über den Gott unterrichtet, den sie verehrten. Sie hatten von Christus, dem kommenden Erlöser, berichtet; und in der Gestalt des vierten Mannes mitten im Feuer erkannte der König den Sohn Gottes. ...


Der welcher mit den heldenmütigen jungen Hebräern im Feuerofen wandelte, wird mit seinen Nachfolgern sein, wo immer sie sind. Seine ständige Anwesenheit wird sie trösten und aufrechterhalten. In der Zeit der Trübsal – einer Trübsal, wie es sie noch nie gegeben hat, seit es Völker gab – werden seine Auserwählten standhaft bleiben. Satan mit all den Heerscharen des Bösen kann die schwächsten Heiligen Gottes nicht zerstören. Engel, die sich durch Stärke auszeichnen, werden sie beschützen, und für sie wird sich Christus als „Gott der Götter“ offenbaren, der in der Lage ist, diejenigen zu retten, die ihr Vertrauen auf ihn gesetzt haben. Gott verherrlicht sich gerade dadurch, dass Er uns prüft, dass Er uns die Prüfungen nicht erspart!


„Darauf trat Nebukadnezar vor die Öffnung des glühenden Feuerofens, begann und sprach: Sadrach, Mesach und Abednego, ihr Knechte Gottes, des Allerhöchs­ten, tretet heraus und kommt her! Da kamen Sadrach, Mesach und Abednego aus dem Feuer hervor. Daraufhin versammelten sich die Satrapen, Vorsteher und Statthalter samt den Räten des Königs. Sie schauten diese Männer an, über deren Leiber das Feuer keine Gewalt gehabt hatte; ihre Haupthaare waren nicht versengt und ihre Kleider waren unverändert; man bemerkte nicht einmal einen Brandgeruch an ihnen.“

Daniel 3:26-27


Ein Wandel in Christus ist ein Leben voller Ausgeglichenheit. Es mag nicht immer von Wonnegefühlen erfüllt sein, sollte aber in einem dauernden, friedlichen Vertrauen bestehen. Eure Hoffnung liegt nicht in euch, sondern in Christus. Eure Schwachheit verbindet sich mit seiner Stärke, eure Unwissenheit mit seiner Weisheit, eure Gebrechlichkeit mit seiner Ausdauer und Kraft. ...


Wir sollten uns nicht zum Mittelpunkt unserer Gedanken machen oder in Angst und Furcht leben, ob wir auch erlöst seien. Dies alles dient nur dazu, die Herzen von der Quelle der Kraft abzuwenden. Übergebt eure Rettung Gott und vertraut ihm. Redet von Jesus und denkt an ihn. Lasst das eigene „Ich“ in ihm aufgehen. Lasst alle Zweifel, alle Befürchtungen fahren. Sprecht mit dem Apostel Paulus: „Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben.“ Galater 2:20. Ruhet in Gott. Er wird das, was ihr ihm anvertraut habt, bewahren. Wenn ihr euch ganz und gar seinen Händen überlasst, dann werdet ihr durch den, der euch liebt, in allem weit überwinden. Wichtig ist hier zu erkennen; dass besondere Einzelheiten bei den drei Freunden beschrieben werden, als sie aus dem Ofen herauskamen: „Ihr Haar war nicht versengt; das erinnert daran, dass ohne den Willen Gottes kein Haar von unserem Haupt verloren geht Lukas 21:18“, „Ihre Mäntel waren nicht verändert; ihr Zeugnis für den Herrn hatte keinen Schaden genommen durch diese schlimme Prüfung.“, „Der Geruch des Feuers war nicht an sie gekommen; keine Spuren des Gerichtes sind zurückgeblieben, keine Erinnerung an vergangenes Leid bleibt zurück Jesaja 25:8.“


Wie vollkommen ist doch die Rettung Gottes an diesen drei Freunden! Dieses dreifache Ergebnis wurde vor all den Statthaltern und Satrapen und Würdenträgern Nebukadnezars bezeugt. Das erinnert uns an die Zusicherung des Herrn für die Treuen in Philadelphia Offenbarung 3:9, und an das Gebet des Herrn in Johannes 17:23, wo die Welt erkennen soll, wie Er die Seinen liebt. Wir können vielleicht vier Ergebnisse dieser Prüfung des Feuerofens bei den drei Freunden festhalten: „Sie hatten die Freude der Gemeinschaft mit ihrem Herrn in dieser Prüfung; diese Gemeinschaft hätten sie verloren, wenn sie sich vor dem Bild niedergebeugt hätten.“, „Es wird bestätigt, dass sie recht gehandelt hatten; Nebukadnezar muss anerkennen, dass der Gott, dem sie dienten, der höchste Gott ist. Gott wird verherrlicht.“, „Sie wurden von den Bindungen befreit.“ Zum ersten Mal wird in der Bibel von Gott dem Höchsten gesprochen in 1. Mose 14:18–22. Da ist Melchisedek auch ein Bild von dem Herrn Jesus, der einmal König und Priester sein wird auf Seinem Thron Sacharja 6:12-13, ein Hinweis auf den Segen des 1000-jährigen Reiches. Nebukadnezar spricht hier etwas aus, was er selbst überhaupt nicht verstanden hatte. Seine Worte machen deutlich, dass er noch andere Götter neben diesem höchsten Gott zulässt.


„Da ergriff Nebukadnezar das Wort und sprach: Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die auf ihn vertrauten und das Gebot des Königs übertraten und ihre Leiber hingaben, weil sie keinen anderen Gott verehren und anbeten wollten als ihren Gott allein! Und von mir wird eine Verordnung erlassen, dass, wer immer unter allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen von dem Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos leichtfertig spricht, in Stücke zerhauen und sein Haus zu einem ­Misthaufen gemacht werden soll, weil es keinen anderen Gott gibt, der so erretten kann wie dieser! Daraufhin machte der König Sadrach, Mesach und Abednego groß in der Provinz Babel.“

Daniel 3:28-30


Großes Licht strahlte von Daniel und seinen Gefährten aus. Herrliche Dinge wurden von Zion, der Stadt des Herrn, erzählt. Genauso beabsichtigt der Herr, dass geistliches Licht in diesen letzten Tagen von seinen treuen Wächtern ausgeht. Wenn die Heiligen im Alten Testament solch ein entschiedenes Zeugnis der Treue abgelegt haben, wie sollte dann das heutige Volk Gottes mit dem Licht leuchten, das im Laufe der Jahrhunderte angesammelt wurde, wenn die Prophezeiungen des Alten Testaments ihre verhüllte Herrlichkeit in Zukunft scheinen liessen! Durch die Zeitalter sind die Glaubenshelden durch ihre Treue zu Gott deutlich erkannt und sichtbar vor die Welt gestellt worden, damit ihr Licht für diejenigen, die sich in der Dunkelheit befinden, scheint. Daniel und seine drei Gefährten sind leuchtende Beispiele für christliches Heldentum. . . Aus ihren Erfahrungen am Hof Babylons können wir lernen, was Gott für diejenigen tun wird, die ihm mit ganzem Herzen dienen.


Unversehrt waren die drei Freunde vor all den Würdenträgern Babylons aus dem Feuerofen herausgekommen. Und Nebukadnezar muss jetzt bekennen, dass Gott Seinen Engel zu ihrer Rettung gesandt hatte. Prophetisch können wir darin ein Bild sehen von der Anerkennung der Nationen und ihrer Führer angesichts der Befreiung des Volkes Israels und auch ihre Huldigung dem König dieses Reiches gegenüber, der diese Befreiung für Sein Volk bewirkte „So spricht der Herr der Heerscharen: In jenen Tagen [wird es geschehen], dass zehn Männer aus allen Sprachen der Heidenvölker einen Juden beim Rockzipfel festhalten und zu ihm sagen werden: »Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist!«“

Sacharja 8:23, „Dann werden die Heiden den Namen des Herrn fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit,“

Psalmen 102:16. Das macht deutlich, dass die prophetische Erfüllung dieses Bildes über die Grenzen der damaligen Geschehnisse hinausgeht. Die Hauptbelehrung von Daniel 3 ist für uns doch wohl die, wie wir uns angesichts der über uns gesetzten Regierungen und Gewalten zu verhalten haben. Das Standbild in Daniel 2 zeigt uns die komplette Entwicklung der Zeiten der Nationen; von ihrem Anfang bis zu ihrem Ende. Das ist die Basis, auf der die daran anschließenden geschichtlichen Kapitel ruhen. Diese prophetischen Hinweise sind maßgeblich für die Zeiten der Nationen. Wir lernen hier dass Götzendienst die Zeiten der Nationen bestimmt. Man fragt nicht nach Gott, man macht sich seine eigenen Götzen. Das Bild Nebukadnezars ist eine Religion, die verwirklicht werden sollte. Und die heutigen Entwicklungen in Europa gehen in die gleiche Richtung. Es werden heute Dinge gesetzlich geregelt, die gegen Gottes Wort sind. Dieser Geist hat die gesamte Christenheit durchdrungen, zum Beispiel die Stellung der Frau innerhalb des christlichen Bekenntnisses; und auch in den christlichen Zusammenkünften. Die Forderung des Staates nach Gleichstellung ist von der Kirche sofort übernommen worden, und dadurch dringt es in sämtliche Bereiche der christlichen Welt hinein. Können wir uns dem heute noch entziehen? Noch werden wir nicht dazu gezwungen, aber wie weit geben wir diesem Trend freiwillig nach? Spätestens in dem Augenblick an dem Christus uns versammelt wird die letzte Hemmschwelle weggefallen sein „Und ihr wisst ja, was jetzt noch zurückhält, damit er geoffenbart werde zu seiner Zeit. Denn das Geheimnis der Gesetzlosig­keit ist schon am Wirken, nur muss der, welcher jetzt zurückhält, erst aus dem Weg sein;“

2. Thessalonicher 2:6-7. Ein anderes beschämendes Beispiel ist die Gleichbehandlung jeder sexuellen Orientierung; man muss sich heute schon fürchten, öffentlich zu sagen, dass Homosexualität nach der Bibel Sünde ist. Wenn wir nicht mehr das Wort Gottes sprechen lassen dürfen, dann fangen wir an, unseren Kopf vor diesem Bild zu beugen, und am Schluss liegen wir platt auf dem Boden!


Nebukadnezar hatte erkannt, dass diese drei Freunde einem Gott vertrauten, der die Seinen nicht im Stich lässt. Er schämt sich nicht, der Gott dieser Treuen genannt zu werden Hebräer 11:16. Nebukadnezar muss anerkennen, dass die drei Freunde richtig gehandelt hatten, als sie ihrem Gott vertraut und sich nicht dem König unterworfen hatten. Sie hatten ihrem Gott mehr gehorcht als dem Mann, der sich zwischen sie und ihren Gott stellen wollte. Sie hatten ihre Leiber hingegeben, hatten nicht um ihr eigenes Leben gekämpft, sondern es für ihren Gott hingegeben Offenbarung 12:11. Mehr als ihr eigenes Leben besaßen sie nicht; alles, was sie hatten, gaben sie für ihren Gott hin. Hat das in Römer 12:1 nicht auch eine Mahnung für uns heute? Sie gingen keine Kompromisse ein und ihr Gott bekannte sich zu ihnen. Aber in dem, wie Nebukadnezar von diesem Gott spricht, wird doch noch eine gewisse Distanz zu diesem Gott deutlich, ähnlich wie in Daniel 2:47. Er war beeindruckt von dem Handeln Gottes, aber mehr auch noch nicht.


Wenn Nebukadnezar jetzt von einem Engel des Gottes spricht, denen die drei Freunde vertraut hatten, ist er in seiner Erkenntnis weiter gekommen als noch in Vers 25. Hier spricht er ganz klar nicht mehr von einem Sohn der Götter, sondern von dem einen wahren Gott, der Seinen Engel des Herrn gesandt hat. In 2. Mose 3:2; Richter 6:11 und in vielen anderen Stellen des Alten Testaments ist der Engel des Herrn der Herr Jesus selbst. Auffallend ist an diesen Stellen, dass da im Wechsel vom Engel des Herrn und vom Herrn selbst gesprochen wird, was deutlich macht, dass der Engel des Herrn nicht ein Geschöpf ist, sondern Gott selbst, der Sohn Gottes, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist. Die drei Freunde hatten im Feuerofen erfahren, dass sich der Engel des Herrn um die her lagert, die Ihn fürchten, und dass Er sie befreit Psalm 34:8. Nebukadnezar hatte sich zu Unrecht zwischen das Gewissen der drei Freunde und Gott gestellt; und jetzt tut er in Vers 29 etwas Ähnliches schon wieder. Er schießt in seiner Reaktion über das Ziel hinaus und handelt im Übermaß. Nebukadnezar hat aus all seinen schönen Worten nichts gemacht, er hat auch nicht ein Atom gelernt. Er reagiert in Vers 29 genauso autoritär und fleischlich wie in Daniel 2:5. Er findet zwar anerkennende Worte für Gott, aber er ist noch nicht zu Ende mit sich. Das Handeln Gottes mit diesem gottlosen Mann ist schon bewegend. Vers 28 ist die Reaktion Nebukadnezars im Blick auf den Gott Israels, Vers 29 ist seine Reaktion in Richtung auf alle Völker und Nationen, und in Vers 30 hat er auch noch eine Zuwendung zu den drei Freunden. Gott sorgt hier durch den König Nebukadnezar dafür, dass die drei Freunde eine besondere Antwort auf ihre Treue bekommen 1. Samuel 2:30; Jesaja 25:8. Gott ehrt diejenigen, die Ihn ehren, und Er wird jede Erinnerung an durchlittenes Leid von ihnen wegnehmen! Was diese Zuwendungen der babylonischen Könige an Daniel und seine Freunde betrifft, sehen wir, dass nicht nur Gott mit den Königen Nebukadnezar und Belsazar unterschiedlich gehandelt hatte, sondern dass auch die vier Freunde die Zuwendungen dieser Könige unterschiedlich beantworten. Am Ende von Daniel 2 und hier in Vers 30 haben sie diese Gunsterweisungen offensichtlich angenommen, aber die Geschenke und Ehrungen des Königs Belsazar weist Daniel entschieden zurück Daniel 5:17.


„»Der König Nebukadnezar wünscht allen Völkern, Völkerschaften und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Euer Friede nehme zu! Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder zu verkünden, die der höchste Gott an mir getan hat. Wie groß sind seine Zeichen, und wie gewaltig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht!“

Daniel 3:31-33


Nebukadnezar macht hier eine Mitteilung an sein ganzes Reich und betont darin, was der höchste Gott getan hat. Wir bekommen eine tiefe Ehrfurcht davor, dass Gott diesen Nebukadnezar nicht gehen lässt; er muss jetzt etwas erleben, was ans Mark geht. Und zu sehen, wie Gott das macht mit diesem stolzen und mächtigen Mann, ist zutiefst beeindruckend. Nebukadnezar schildert in diesem offenen Brief nicht seine Größe sondern die Herrlichkeit Gottes. Aber zuerst wünscht er allen Menschen „Euer Friede nehme zu“, dass hatte es bei ihm bis dahin überhaupt noch nicht gegeben! Und neu ist dann auch, dass er von den Wundern und Zeichen spricht. Bislang war bei ihm nie eine Veränderung eingetreten, ähnlich wie die Leute in Jerusalem zur Zeit des Herrn Jesus, die an Seinen Namen glaubten, weil sie Seine Zeichen sahen, die Er tat Johannes 2:23. Aber der Herr vertraute sich ihnen nicht an, weil Er wusste, dass bei diesem angeblichen Glauben keine wirkliche Buße vorhanden war, kein wirkliches Werk an ihrer Seele geschehen war. So war es bis dahin auch bei Nebukadnezar. Mit diesem Mann waren Wunder geschehen! Und was er dann in Vers 33 über das Reich und die Herrschaft Gottes sagt, lässt sich direkt verbinden mit seinen Aussagen am Schluss des vierten Kapitels Daniel 4:31; dazwischen kommt erst der Prozess. Wir sehen die Zeit der Trübsal, die Gottes Volk bevorsteht, wird einen Glauben erfordern, der nicht ins Wanken gerät. Die Kinder Gottes müssen offenbaren, dass Gott der einzige im Leben ihrer Anbetung ist und dass keine Rücksichtnahme, nicht einmal die auf das eigene Leben, sie veranlassen kann, den geringsten Kompromiss zu einer falschen Anbetung einzugehen.


Für das treue Herz werden die Gebote sündiger, sterblicher Menschen neben dem Wort des ewigen Gottes in Bedeutungslosigkeit versinken. Die Wahrheit wird befolgt werden, obwohl die Folge Gefangenschaft oder Exil oder der Tod sein wird. Wie in den Tagen von Sadrach, Mesach und Abednego wird der Herr in der letzten Periode der Erdgeschichte mächtig für diejenigen wirken, die standhaft für das Rechte eintreten. Derjenige, welcher mit den heldenmütigen jungen Hebräern im Feuerofen wandelte, wird mit seinen Nachfolgern sein, wo immer sie sein werden. Seine ständige Gegenwart wird sie trösten und aufrechterhalten. Wir leben in einer Zeit feierlichen Vorrechts und heiligen Vertrauens. Bewahren Gottes Diener getreulich das ihnen Anvertraute, dann wird ihre Belohnung groß sein, wenn der Meister sagt: „Tu Rechnung von deinem Haushalten.“ Lukas 16:2. Das ernste Wirken, das uneigennützige Schaffen, die geduldigen, ausharrenden Bemühungen werden reichlich vergolten werden. Jesus wird zu solchen Dienern sagen, dass er sie hinfort nicht Knechte sondern Freunde nennt Johannes 15:15. Der Herr sieht die Arbeit nicht der Größe wegen mit Wohlgefallen an, sondern wegen der Treue, die in allem geübt wird. Nicht die Ergebnisse, die wir erzielen, sondern die Beweggründe, die uns zum Handeln veranlassen, fallen bei Gott ins Gewicht. Er schätzt Güte und Treue höher als alles andre.


Die Missionare werden auf ihre Arbeit, die sie tun, am besten in einem christlichen Heim vorbereitet, wo Gott gefürchtet, geliebt und verehrt wird, wo Pflichttreue zur zweiten Natur geworden ist, wo planlose und nachlässige Gleichgültigkeit gegenüber den häuslichen Pflichten nicht erlaubt ist, sondern wo eine stille und enge Verbindung mit Gott als unentbehrlich für eine treue Durchführung der alltäglichen Pflichten betrachtet wird. Häusliche Pflichten sollten, im Bewusstsein eine gute Erfahrung zu machen, erfüllt werden, damit uns ermöglicht wird in der dauerhaftesten und gründlichsten Art und Weise für Christus zu arbeiten wenn sie im richtigen Geist erfüllt werden. Oh, was vermag nicht ein lebendiger Christ auf missionarischem Gebiet durch die treue Erfüllung der täglichen Pflichten zu tun, indem er fröhlich das Kreuz auf sich nimmt und nicht eine Arbeit vernachlässigt, egal, wie unangenehm diese dem natürlichen Empfinden auch ist!

Sonntag, 9. August 2020

Daniel Lektion 2

„Und im zweiten Jahr der Regierung Nebukadnezars hatte Nebukadnezar Träume, sodass sein Geist sich beunruhigte und er nicht mehr schlafen konnte.“

Daniel 2:1


König Nebukadnezar hatte einen beeindruckenden Traum. Beeindruckend deshalb, weil dieser Traum die Glaubwürdigkeit der Bibel beweist und uns bewusst macht, dass es einen Gott gibt, der die Zukunft kennt. Gott zeigte dem damaligen Herrscher Nebukadnezar welche Weltreiche auf seines folgen würden.


Das Standbild, das Nebukadnezar offenbart wurde, stellt nicht nur den Verfall der Königreiche der Erde in Macht und Herrlichkeit dar, sondern ebenso treffend den Verfall von Religion und Moral unter den Menschen dieser Reiche. In dem Maße, in dem Völker Gott vergessen, werden sie moralisch schwach. Babylon verging, weil es in seinem Wohlstand menschlichen Errungenschaften zuschrieb. Das Medo-Perserreich wurde vom Zorn des Himmels heimgesucht, weil in diesem Königreich Gottes Gesetz mit Füßen getreten wurde. Die Furcht des Herrn fand keinen Raum im Herzen der Menschen. Die vorherrschenden Einflüsse in Medo-Persien waren Bosheit, Lästerung und Verderbtheit. Die Königreiche, die folgten, waren sogar noch verkommener und verdorbener. Sie verkamen, weil sie die Treue zu Gott verwarfen. Indem sie Ihn vergaßen, sanken sie in der Skala des moralischen Wertes niedriger und niedriger.


„Daniel aber ging hinein und bat den König, ihm eine Frist zu gewähren, damit er dem König die Deutung verkünden könne. Darauf zog sich Daniel in sein Haus zurück und teilte die Sache seinen Gefährten mit, Hananja, Misael und Asarja, damit sie von dem Gott des Himmels Erbarmen erflehen möchten wegen dieses Geheimnisses, damit nicht Daniel und seine Gefährten samt den übrigen Weisen von Babel umkämen. Hierauf wurde dem Daniel in einem Gesicht bei Nacht das Geheimnis geoffenbart. Da pries Daniel den Gott des Himmels.“

Daniel 2:16-19


Im ersten Teil von Daniel 2, ruft der König alle Wahrsager, Geisterbeschwörer, Zauberer und Sterndeuter damit sie ihm seinen Traum deuten. Keiner konnte das, drum bat Daniel den König um etwas Zeit. Lies das Buch Daniel. Geh die Geschichte der Königreiche, die dort dargestellt werden, Punkt für Punkt durch. Betrachte die Staatsmänner, die Ratsversammlungen, die mächtigen Heeresstreitkräfte und sieh, wie Gott eingriff, um den Stolz der Menschen niederzuwerfen und menschliche Herrlichkeit in den Staub zu legen. Gott allein wird als groß dargestellt.


„Der König antwortete und sprach zu Daniel, dessen Name Beltsazar war: Bist du imstande, mir den Traum, den ich gehabt habe, und seine Deutung mitzuteilen? Daniel antwortete vor dem König und sprach: Das Geheimnis, nach dem der König fragt, können Weise, Wahrsager, Traumdeuter oder Zeichendeuter dem König nicht verkünden; aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart; der hat den König Nebukadnezar wissen lassen, was am Ende der Tage geschehen soll. Mit deinem Traum und den Gesichten deines Hauptes auf deinem Lager verhielt es sich so: Dir, o König, stiegen auf deinem Lager Gedanken darüber auf, was nach diesem geschehen werde, und da hat dir der, welcher die Geheimnisse offenbart, mitgeteilt, was geschehen wird. Mir aber ist dieses Geheimnis nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraushätte, geoffenbart worden, sondern damit dem König die Deutung bekannt gemacht werde und du erfährst, was dein Herz zu wissen wünscht.“

Daniel 2:26-30


Erstens muss uns immer bewusst sein, dass Christus das Zentrum des Buches Daniels ist, so wie er das Zentrum der gesamten Bibel ist. Zweitens ist das Buch Daniel so aufgebaut, dass es literarische Schönheit zeigt und uns hilft, seinen Schwerpunkt zu verstehen. Nun stand der jüdische Gefangene vor dem Herrscher des mächtigsten Reiches unter der Sonne. Der König, umgeben von Reichtum und Herrlichkeit, war in großer Sorge, aber den jungen Verbannten erfüllte Friede und Freude in Gott. Wenn je, dann war jetzt für Daniel der Augenblick gekommen, sich hervorzutun und seine Fähigkeiten und seine überlegene Weisheit ins Licht zu rücken. Aber das Erste, was er tat, war, alle persönliche Ehrung abzuweisen und Gott, die Quelle aller Weisheit, zu erhöhen Daniel 2:27-28. Betrachtet die Erfahrung Daniels! Als er vor König Nebukadnezar gerufen wurde, zögerte er nicht, die Quelle seiner Weisheit zu bekennen. Beschränkt dieses treue Bekenntnis Daniels seinen Einfluß am Königshof? Nein, nicht im Geringsten, es war vielmehr das Geheimnis seiner Kraft; es verschaffte ihm die Gunst des Herrschers von Babylon. Im Namen Gottes überbrachte Daniel dem König die himmlischen Botschaften der Belehrung, Warnung und Zurechtweisung und wurde nicht abgewiesen. Gottes heutige Mitarbeiter sollen das unerschütterliche und kühne Zeugnis Daniels lesen und seinem Beispiel folgen.


In der Vision des Propheten sieht man wie Gott einen mächtigen Herrscher umstoße und einen anderen einsetzt. Lies und begreife, wie arm, gebrechlich, kurzlebig, irrend, schuldig der Mensch ist, wenn er sich in seiner Vergänglichkeit überhebt... Das Licht, das Daniel unmittelbar von Gott empfing, wurde besonders für diese letzten Tage gegeben. Die Visionen, die er an den Ufern des Ulai und Hiddekel, den großen Flüssen Babylons sah, erfüllen sich, und alle vorhergesagten Ereignisse werden bald stattfinden.


„Du, o König, schautest, und siehe, ein erhabenes Standbild. Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Anblick war furchterregend. Das Haupt dieses Bildes war aus gediegenem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Erz, seine Oberschenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. Du sahst zu, bis sich ein Stein losriss ohne Zutun von Menschenhänden und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren, und sie zermalmte. Da wurden Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold miteinander zermalmt; und sie wurden wie Spreu auf den Sommertennen, und der Wind verwehte sie, sodass keine Spur mehr von ihnen zu finden war. Der Stein aber, der das Bild zertrümmert hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.“

Daniel 2:31-35


Babylon war das größte Reich der damaligen Zeit 605 - 539 vor Christus. Nebukadnezar, der Herrscher dieses Reiches um 600 vor Christus, hatte einen Traum, der ihm aufzeigte, welche Weltreiche auf seines kommen würden. Sagt Gottes Wort eine Weltregierung voraus? Wir brauchen und können keine Einheit unter den Völkern der Erde erwarten. Unsere Position im Standbild Nebukadnezars wird durch die Zehen dargestellt: in geteiltem Zustand, von brüchigem Material, das nicht zusammenhält. Die Prophetie zeigt uns, dass der große Tag Gottes unmittelbar vor der Türe steht. Er eilt herbei. Die Deutung dieses Traumes sehen wir in den folgenden Versen.


„Das ist der Traum; nun wollen wir vor dem König auch seine Deutung verkünden: Du, o König, bist ein König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht, die Stärke und die Ehre gegeben hat; und überall, wo Menschenkinder wohnen, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gemacht; du bist das Haupt aus Gold!“

Daniel 2:36-38


Jedem Volk und jedem einzelnen Menschen hat Gott einen Platz in seinem großen Plan zugewiesen. Heute werden Menschen und Nationen durch das Lot in der Hand dessen geprüft, der keinen Fehler macht. Aufgrund ihrer eigenen Wahl bestimmen sie ihr Geschick, und Gott hat alles in der Hand, um seine Absichten zu erfüllen. Der wahre Christ soll sich immer seiner Abhängigkeit von seinem Schöpfer bewusst sein. Er wird sich nicht schämen, seine Abhängigkeit zu bekennen. Wie Daniel wird er die Ehre nicht für sich beanspruchen; er wird alle Ehre Gott geben. Er wird sowohl weltliche Menschen als auch seine Brüder wissen lassen, dass er sich auf Gott verlässt und alles aus seinem Leben entfernt, das seinen Geist betrüben könnte. Wie Daniel wird er jede Gelegenheit ergreifen, um hinzu zu lernen. Er wird mit den Talenten, die der Herr ihm gegeben hat, gemäss den heiligen Prinzipien in seinem Buch Handel treiben. Dies wird seine Fähigkeiten vervielfachen. Wenn Gott einem Menschen Weisheit gibt, wird sein Verhalten mit dem Willen Gottes übereinstimmen. Seine Gefährten werden seiner Weisheit vertrauen wenn es darum geht, Pläne für den Fortschritt des Werkes Gottes zur Erlösung von Seelen zu entwerfen, die dem Tode nahe sind. Der Apostel Petrus sagt: „Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unsres Herrn! Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend.“ 2. Petrus 1:2-3. Die Auslegung über die Bedeutung des goldenen Haupts ist an dieser Stelle sehr einfach, da die Bibel selbst die Erklärung dazu liefert. Das goldene Haupt des Standbildes steht für das Reich Babylon. Historiker bestätigen, dass für die Architektur dieses Reiches viel Gold verwendet wurde.


„Nach dir aber wird ein anderes Reich aufkommen, geringer als du; und ein nachfolgendes drittes Königreich, das eherne, wird über die ganze Erde herrschen.“

Daniel 2:39


In der Geschichte der Nationen wird, wer Gottes Wort studiert, die wörtliche Erfüllung der göttlichen Prophetie erkennen. Nach dem babylonischen Reich sollte ein anderes Weltreich aufkommen. Im Standbild wird es durch die Brust und Arme aus Silber dargestellt. Wie wir in Daniel 7:5 sehen werden, handelte es sich bei diesem Reich um das Reich Medo-Persien. Am 13. Oktober 539 vor Christus leiteten die Meder und Perser den Euphrat um und konnten so durch das trockene Flussbett in die Stadt eindringen und Babylon erobern. Babylon, endlich vernichtet und zertrümmert, verschwand weil seine Herrscher meinten, sie seien von Gott unabhängig und die Herrlichkeit ihres Königreiches menschlicher Leistung zugeschrieben. Das dritte Königreich, das im Standbild durch das Kupfer dargestellt ist, war das griechische Weltreich. Der brillante junge griechische General Alexander der Große besiegte den Perserkönig Darius III. in der Schlacht von Arbela 331 vor Christus. Der Historiker Herodot beschrieb die griechischen Kämpfer als „Männer aus Bronze vom Meer her kommend“. Die Rüstungen der Infanterie bestand größtenteils aus Bronze. Doch auch das griechische Reich sollte keinen Bestand haben. Am 22. Juni 168 vor Christus ging das Reich von Alexander dem Großen, lange nach seinem Tod, in der Schlacht von Pydna unter. … Die folgenden Königreiche sanken sogar noch tiefer und waren noch verdorbener. Immer tiefer ging es mit ihren moralischen Werten.

Die Macht jedes irdischen Herrschers ist vom Himmel gegeben. Sein Erfolg hängt davon ab, wie er diese Macht benützt. … Um die Auswirkung dieser Prinzipen in der Ausübung seiner Macht zu erkennen, setzt Gott Könige ab und setzt Gott Könige ein Daniel 2:21. Dies bedeutet die Philosophie der Geschichte zu verstehen.


Die Weissagungen, die der große Ich bin uns in seinem Wort geschenkt hat, fügen in der Kette der Ereignisse Glied an Glied und reichen aus ewiger Vergangenheit bis in die ewige Zukunft. So sagen sie uns, wo wir heute im Wechsel der Zeitalter stehen und was in der Zukunft zu erwarten ist. Alles was nach den Voraussagen der Prophetie bis in die Gegenwart hinein geschehen sollte, ist auf den Blättern der Geschichte verzeichnet. Und wir können sicher sein, dass alles, was noch kommen soll, sich eins um das andere erfüllen wird.


„Und ein viertes Königreich wird sein, so stark wie Eisen; ebenso wie Eisen alles zermalmt und zertrümmert, und wie Eisen alles zerschmettert, so wird es auch jene alle zermalmen und zerschmettern.“

Daniel 2:40


Die Bibel und nur sie vermittelt eine richtige Schau dieser Dinge. In ihr werden die großen Schlussszenen der Weltgeschichte offenbart, Ereignisse, die schon ihre Schatten vorauswerfen und deren geräuschvolles Nahen die Erde erzittern und die Menschenherzen vor Furcht verzagen lässt. Das vierte Weltreich wird durch die eisernen Beine des Standbildes dargestellt. Das griechische Reich wurde in der Schlacht von Pydna durch das römische Reich abgelöst und Rom regierte die Welt von 168 vor Christus bis 476 nach Christus. Rom war eine unbarmherzige Nation, die mit „eisernem Stabe“ herrschte. Seine Kaiser nannten sich Götter und beanspruchten Anbetung und Gehorsam von allen Untertanen. Rom herrschte am längsten und erreichte die größte Ausdehnung aller Weltreiche im Altertum. Doch auch das römische Reich sollte in dieser Form nicht für immer bestehen bleiben.


Heute verkündigen die Zeichen der Zeit, dass wir an der Schwelle großer und ernster Ereignisse stehen. In unserer Welt ist alles in Bewegung geraten. Vor unseren Augen erfüllt sich die Weissagung des Erlösers über die Geschehnisse, die seinem Kommen vorausgehen sollen: „Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; sehet zu und erschrecket nicht ... Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere und ein Königreich wider das andere, und werden sein teure Zeit und Erdbeben hin und her.“ Matthäus 24:6,7.


„Dass du aber die Füße und Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen bestehend gesehen hast, bedeutet, dass das Königreich gespalten sein wird; aber es wird etwas von der Festigkeit des Eisens in ihm bleiben, gerade so, wie du das Eisen mit lehmigem Ton vermengt gesehen hast.“

Daniel 2:41


Jede Nation, die die Weltbühne betreten hat, durfte ihren Platz auf Erden einnehmen, damit entschieden werde, ob sie die Absichten des Wächters und des allein Heiligen erfülle. Die Prophetie hat die Entstehung und Entwicklung der großen Weltreiche – Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom – aufgezeichnet. Bei jedem von ihnen, wie auch bei den nicht so mächtigen Reichen, hat sich die Geschichte wiederholt. Jedes hatte seine Zeit der Erprobung; jedes versagte; sein Ruhm verblaßte, seine Macht schwand dahin. Während Völker Gottes Grundsätze verwarfen und dadurch ihren eigenen Untergang herbeiführten, waltete doch offensichtlich zu allen Zeiten ein göttlicher, alles beherrschender Plan. Im Standbild wird nach den eisernen Beinen kein neues Metall mehr erwähnt, da die Füße aus Eisen und Ton sein sollten. Dadurch macht die Bibel deutlich, dass das heidnischen Rom durch kein neues Weltreich abgelöst werden sollte. Das römische Reich sollte untergehen, aber nicht von einem anderen Weltreich abgelöst werden. Von Mitte des 4. Jahrhundert bis Mitte des 5. Jahrhundert überschwemmten germanische Völker das westliche Europa. Es war die Zeit der Völkerwanderung. Goten, Burgunder, Vandalen, Sueven, Alemannen, Hunnen und Angelsachsen verwüsteten verschiedene Teile des römischen Reichs zu Wasser und zu Land. Sie teilten das Reich unter sich auf und dadurch entstanden die modernen Nachfolgestaaten Europas. Interessant an dieser Stelle ist sicherlich, dass es trotz mehrfacher Versuche bis heute nicht gelungen ist, ein weiteres Weltreich auf römischem Boden aufzurichten. Viele Herrscher scheiterten bei diesem Vorhaben: „Karl der Große, König der Franken (768-814)“, „Karl der Kahle, Kaiser der Franken (823-877)“, „König Ragnar Lodbrok, Dänemark (766-845)“, „König Halvdan Svarte, Norwegen (810-860)“, „König Harald I. Schönhaar, Norwegen (852-933)“, „Otto der Große, römischer Kaiser (936-973)“, „Ludwig XIV, der Sonnenkönig (1638-1715)“, „Napoleon, Kaiser Frankreichs (1769-1821)“, „Kaiser Wilhelm II im 1. Weltkrieg (1859-1941)“, „Reichskanzler Hitler im 2. Weltkrieg (1889-1945)“.


Die Bibel macht ganz deutlich, dass nach dem heidnischen Rom kein neues Weltreich mehr entstehen würde. Im Alter von 29 Jahren stürzte zum Beispiel Napoleon die französische Regierung und begann dann, die Welt für Frankreich zu erobern. Es sah so aus, als könnte nichts ihn aufhalten. Napoleon beschloss, Russland zu erobern. Der strenge russische Winter hatte die Pläne Napoleons zerschlagen. Bei der endgültigen Niederlage zu Waterloo am 18.06.1815 ließ ein ungewöhnlich starker Regen seine Artillerie im Schlamm versinken. Im Zustand der Verzweiflung soll Napoleon gesagt haben: „Gott, der Allmächtige, war mir zu stark.“ Trotz Währungsunion, Handels- und Wirtschaftsabkommen wird auch Europa nie wieder ein weltmachtähnliches Gebilde werden. Viele Kriege und viel Leid hätte verhindert werden können, wenn die Mächtigen dieser Erde auf Gott gehört hätten. Sie hätten erkennen können, dass alle Bestrebungen, ein weiteres Weltreich aufzurichten, nicht von Erfolg gekrönt sein würden.


Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was genau sich hinter dem Ton verbirgt. Metalle bedeuten in diesem Standbild politische Weltreiche. Da Ton kein Metall ist, kann es also auch kein Symbol für eine politische Komponente des Reichs sein. Man könnte in dem Ton sicherlich die Germanenvölker sehen, durch die das weströmische Reich unterging. Aber auch die Germanenvölker, und vor allem die durch den Zerfall des römischen Reichs entstandenen Nachfolgestaaten, sind ja wiederum politische Gebilde und diese werden durch das Eisen in den Füßen dargestellt.


Was bedeutet der Ton? Und was bedeutet es dass der Ton eine Festigkeit des Eisens in sich trägt? „Nun aber bist du, Herr, unser Vater; wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer; wir alle sind das Werk deiner Hände.“

Jesaja 64:7, „Kann ich mit euch nicht genauso umgehen wie dieser Töpfer, du Haus Israel?, spricht der Herr. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel!“

Jeremia 18:6. Da die politische oder weltliche Komponente in den Füßen durch das Eisen dargestellt ist, macht es Sinn, in dem Ton die Kirche, das heißt die religiöse Komponente, zu sehen. Geschichtlich gesehen entspricht es ja auch der Tatsache, dass nach dem heidnischen Rom das päpstliche Rom seine Herrschaft antrat und für über 1000 Jahre herrschte. Wie war nun das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in dieser Zeit? Dieser Vers bringt ja zum Ausdruck, dass nur etwas von des Eisens Härte in den Füßen vorhanden sein sollte. Dies bedeutet, dass die Kirche die Vorherrschaft über die Länder haben sollte, da in diesem Reich, bestehend aus Eisen und Ton, der Ton das Sagen haben sollte. Gerade der Gang nach Canossa, bei dem Heinrich IV. im Jahre 1077 nach Christus bei Papst Gregor VII. darum bat, den Kirchenbann gegen ihn aufzuheben, macht deutlich, welche Macht die Kirche im Mittelalter besaß.


Ich hoffe die Liste der Könige und Herrscher oben ist verständlich. Man könnte noch weiter auflisten, zum Beispiel „Pippin III., König der Franken (714-768)“, „König Harald I. Blauzahn Gormsson, Dänemark und Norwegen (910-987)“, „König Friedrich VII., Dänemark (1808-1863)“, „Kaiser Wilhelm I., Deutsches Reich (1797-1888)“, „Kaiser Friedrich III., Deutsches Reich (1831-1888)“, „Präsident Mohammed Daoud Khan, Afghanistan (1909-1978)“, „Gründer und Anführer der al-Qaida Osama bin Laden, Saudi-Arabien (1957-2011)“, „Präsident Saddam Hussein, Irak (1937-2006)“, „Präsident Clinton, Vereinigte Staaten (1946-Heute)“, „Präsident Bush, Vereinigte Staaten (1946-Heute)“, „Präsident Putin, Russland (1952-Heute)“, „Oberbefehlshaber Kim Jong-un, Nordkorea (1984-Heute)“


„Und wie die Zehen seiner Füße teils aus Eisen und teils aus Ton waren, so wird auch das Reich zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein.“

Daniel 2:42


In diesem Vers ändern sich nun die Machtverhältnisse. Während in Daniel 2:41 der Ton über das Eisen herrscht, ist hier davon die Rede, dass es zum Teil ein starkes und zum Teil ein schwaches Reich sein sollte. Der Reihenfolge entsprechend stellt nun nicht mehr der Ton den starken Teil dar, sondern das Eisen, das heißt der Staat herrscht über die Kirche. Dies erfüllte sich, als der französische General Berthier unter Napoleon 1798 nach Christus Papst Pius VI. absetzte und ihn nach Frankreich ins Exil brachte, wo er dann im Juli 1799 verstarb. Dieses Ereignis markiert das Ende der Vorherrschaft des Papsttums. Die Kirche verlor ihren Kirchenstaat und damit ihren weltlichen Einfluss.


„Dass du aber Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast, bedeutet, dass sie sich zwar mit Menschensamen vermischen, aber doch nicht aneinander haften werden, wie sich ja Eisen mit Ton nicht vermischt.“

Daniel 2:43


Und wiederum ändern sich die Machtverhältnisse. Nun gehen Staat und Kirche, Eisen und Ton, Bündnisse ein, das heißt sie werden sich vermischen. Gerade die heutige Zeit wird durch diese Symbolik sehr ausdrucksvoll verdeutlicht. Es gibt ein neues Phänomen, das noch nie da gewesen ist. Es werden auf jeder Ebene Bündnisse geschlossen, die die ganze Welt umschließen: religiös, wirtschaftlich und politisch. Was an einem Ort auf der Erde geschieht, hat Auswirkung auf die ganze Welt. Jeder ist mit einbezogen. Keiner ist neutral. Bis jetzt haben die Mächtigen dieser Welt immer versucht, durch Kriege ein Weltreich, bzw. eine Weltregierung aufzubauen. Das Phänomen, das wir zur Zeit erleben, ist dagegen einzigartig in der Geschichte der Menschheit. Man versucht durch Bündnisse zwischen Kirche und Staat eine „Neue Weltordnung“ aufzurichten. Diese unmittelbar bevorstehende religiös-politische Weltregierung, die durch die Vermischung von Eisen und Ton dargestellt wird, findet in der biblischen Prophetie mehrfach Erwähnung. Sie wird in Offenbarung 13 als Bild des Tieres dargestellt oder in Offenbarung 17 als Hure, die auf einem Tier sitzt. Doch auch hier macht die Bibel deutlich, dass diese neue Weltregierung keinen Bestand haben wird, denn Kirche und Staat werden nicht aneinander festhalten, so wie sich eben Eisen und Ton nicht mengen lässt.


„Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen; ganz so, wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat den König wissen lassen, was nach diesem geschehen soll. Und der Traum ist zuverlässig, und seine Deutung steht fest!“

Daniel 2:44-45


Durch den Traum von dem großen Standbild, der Nebukadnezar geschenkt worden war und ihm Ereignisse enthüllte, die sich bis zum Ende der Zeiten erstreckten, sollte er begreifen, welche Rolle er selbst in der Weltgeschichte spielen und welche Beziehung sein Reich zum Himmelreich aufrechterhalten sollte. Die Auslegung des Traumes hatte ihn klar über die Aufrichtung des ewigen Gottesreiches unterrichtet. Daniel hatte ihm erklärt, zur Zeit dieser Könige wird Gott sein Reich aufrichten. Das Reich Gottes wird durch einen Stein dargestellt, der die ganze Erde füllt. Dieses wächst seit den Zeiten Abels. Selbst Nebukadnezar, der König von Bayblon, darf zum Reich Gottes gezählt werden, da er sich später zum Herrn bekehrte. Aber aufgerichtet wird das Reich Gottes zur Zeit der Könige aus Eisen und Ton. Zum ersten Mal werden hier Könige im Plural genannt. Das bedeutet, dass es nicht ein Königreich ist, sondern ein Bündnis aus mehreren Staaten. Wenn Kirche und Staat sich weltweit vereinigen werden, wird Gott sein Reich aufrichten.


Der König hatte die Macht Gottes anerkannt, als er zu Daniel sagte: „Es ist kein Zweifel, euer Gott ist ein Gott über alle Götter ..., der Geheimnisse offenbaren kann.“ Daniel 2:47. Danach stand Nebukadnezar eine Zeitlang unter dem Einfluß der Gottesfurcht, aber sein Herz war noch nicht gereinigt von weltlichem Ehrgeiz und vom Wunsch nach Selbsterhöhung. Der Wohlstand, der seine Regierung begleitete, erfüllte ihn mit Stolz. Bald ließ er davon ab, Gott zu ehren, und nahm mit verstärktem Eifer und mit Fanatismus seine Götzenverehrung wieder auf.


Jesus wird sehr bald wiederkommen und das Böse dieser Welt wird damit ein Ende haben. Er wird ein neues Reich aufrichten. Ja sogar unsere Erde wird er neu machen, damit die paradiesischen Zustände wiederhergestellt sein werden. Jesus Christus wird also zu der Zeit wiederkommen, wenn die Mächtigen dieser Erde sich alle verbündet haben werden. Die neue Weltordnung, in der Kirche und Staat sich verbünden, wird kommen. Aber Gott wird durch die Wiederkunft Jesu eingreifen und sein Reich aufrichten.

Daniel Lektion 4

„Ich, Nebukadnezar, lebte sorglos in meinem Haus und glücklich in meinem Palast. Da hatte ich einen Traum, der mich erschreckte, und die Ged...